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Gesundheitsminister drängt : Spahn will Alter von Migranten per Ultraschall prüfen lassen

  • Aktualisiert am

Drängt zu neuen Methoden: Gesundheitsminister Spahn Bild: Daniel Pilar

Gesundheitsminister Spahn sucht nach einem Weg, das Alter von jungen Migranten zu bestimmen – und lässt nun Alternativen zum Röntgens prüfen. Dazu fördert er nun ein Projekt mit einer Million Euro.

          Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) lässt prüfen, ob eine Altersbestimmung bei jungen Migranten durch Ultraschall möglich ist. „Ich kann Ärzte verstehen, die zurückhaltend mit Röntgen sind, wenn sie das Alter von jungen Migranten bestimmen sollen“, sagte Spahn der „Neuen Westfälischen“. „Aber wir brauchen die Altersbestimmung.“ Das Alter habe Auswirkungen auf Asylverfahren und gegebenenfalls auf Strafverfahren. „Deshalb müssen wir einen Weg finden, das minimalinvasiv zu machen“, betonte Spahn.

          Das Bundesgesundheitsministerium fördere seit Jahresbeginn ein Projekt der Fraunhofer Gesellschaft und der Universität des Saarlandes, um herauszufinden, ob das Alter von jungen Erwachsenen auch mit Ultraschall bestimmt werden kann. „Wir fördern dieses Projekt mit einer Million Euro. Ich möchte, dass wir einen Weg finden, den die Ärzteschaft mitgehen kann“, erläuterte der Minister. Ende 2020 sollten Ergebnisse vorliegen.

          Darüber hinaus hat sich Spahn angesichts der geplanten Gründung einer Pflegekammer in Nordrhein-Westfalen für eine ähnliche Einrichtung auf Bundesebene ausgesprochen. „Pflege braucht eine gute Interessenvertretung“, sagte Spahn der Düsseldorfer „Rheinischen Post“. „Kammern können dafür eine Lösung sein.“ Die Interessensvertretung müsse analog zu den Plänen in NRW auch von den Pflegekräften getragen werden. „Nur mit diesem Rückhalt ist eine Interessenvertretung schlagkräftig – auch auf Bundesebene“, betonte der Minister.

          NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hatte am Mittwoch die Gründung einer Kammer für Pflegeberufe angekündigt. Er stellte einen Gesetzesentwurf noch vor der Sommerpause in Aussicht - dann könnte die Pflegekammer schon zum Ende des Jahres starten. In einer repräsentativen Befragung hatte sich eine klare Mehrheit der nordrhein-westfälischen Pflegekräfte für die Einrichtung der Kammer ausgesprochen.

          Der Pflegebeauftragte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, rief die Pflegeverbände nach der Entscheidung in NRW zur Bildung einer bundesweiten Interessensvertretung auf. „Ich hoffe sehr, dass die Gründung einer Pflegekammer nun auch in Nordrhein-Westfalen die letzten Dämme für eine Bundespflegekammer bricht“, sagte Westerfellhaus der „Rheinischen Post“.

          Die Institution solle sowohl Ansprechpartner für die Politik sein als auch für das Zusammengehörigkeitsgefühl der Pflegefachkräfte in Deutschland Verantwortung übernehmen. „Nur so werden die Pflegefachkräfte in Deutschland ihre Interessen effektiv vertreten können.“ Bereits seit 2013 gab es in mehreren Bundesländern Umfragen zur Gründung von Pflegekammern. Bislang gibt es solche Einrichtungen nur in Rheinland-Pfalz und Niedersachsen.

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