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Besuch bei Vakzin-Hersteller : Spahn: Impfbereitschaft steigt nach hartem Corona-Winter

  • Aktualisiert am

Gesundheitsminister Jens Spahn vergangene Woche im Bundesrat. Bild: dpa

Gesundheitsminister Jens Spahn zufolge gibt es „begründeten Anlass“ zur Annahme, dass spätestens Anfang 2021 ein Impfstoff gegen das Coronavirus zur Verfügung stehen werde. Dem Hersteller IDT will die Bundesregierung fünf Millionen Dosen abnehmen.

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          Im Ringen um einen künftigen Impfstoff gegen das Coronavirus unterstützt die Bundesregierung auch den Hersteller IDT Biologika in Sachsen-Anhalt. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gab am Montag bei einem Unternehmensbesuch in Dessau-Roßlau die geplante Abnahme von fünf Millionen Impfdosen bekannt. Um den parallelen Aufbau von Produktionskapazitäten zu unterstützen, zahle der Bund zudem bereits vorab 30 Millionen Euro aus dem Kaufpreis.

          Spahn hob hervor, dass in Biontech, Curevac und IDT insgesamt drei deutsche Unternehmen derzeit aussichtsreiche Impfstoffe entwickeln. Gerade angesichts der aktuellen Beschränkungen mit Verzicht und Härten sei es wichtig, eine Perspektive und begründete Zuversicht für Impfstoffe zu haben, die der Schlüssel aus der Pandemie heraus seien. Mit Blick auf das Infektionsgeschehen sagte Spahn, die zweite Welle sei zwar gebrochen, das Niveau sei aber weiter zu hoch. Das Virus zwinge dazu, auf einige Freiheiten eine Zeit lang zu verzichten, um Freiheit und Gesundheit insgesamt zu erhalten und zurückzugewinnen.

          „Wir wollen vorbereitet sein“

          Nach der Zulassung eines ersten Corona-Impfstoffs in Europa möglicherweise schon Ende dieses Jahres rechnet Spahn zudem mit einer steigenden Impfbereitschaft in Deutschland. „Ich bin überzeugt, wenn wir gemeinsam diesen harten schwierigen Corona-Winter hinter uns gebracht haben, wird auch die Bereitschaft steigen, sich impfen zu lassen“, sagte Spahn in Dessau.

          Spahn zufolge gibt es „begründeten Anlass“ zur Annahme, dass spätestens Anfang nächsten Jahres ein Impfstoff gegen das Coronavirus zur Verfügung stehen werde. Vielleicht könne aber auch schon Ende dieses Jahres mit dem Impfen begonnen werden, fügte er hinzu. Es gehe nun darum, Strukturen für die Impfkampagne aufzubauen. „Wir wollen vorbereitet sein.“ Das geschehe in Zusammenarbeit von Bund, Ländern und Ärzteschaft.

          In einer vor fast zwei Wochen veröffentlichten Forsa-Umfrage für die Sender RTL und ntv hatten 40 Prozent angegeben, sie wollten sich gegen Covid-19 impfen lassen, sobald dies möglich sei. Die Hälfte der Befragten würde wahrscheinlich erst einmal abwarten. Neun Prozent wollen sich gar nicht impfen lassen.

          Anders als etwa Biontech arbeitet IDT an einem sogenannten Vektorimpfstoff, der auf einem vor mehreren Jahrzehnten entwickelten Impfstoff gegen Pocken basiert. Im Prinzip dienen dabei gut bekannte, harmlose Viren als Ausgangspunkt. Mit gentechnischen Mitteln tauschen Forscher Oberflächenproteine durch Sars-CoV-2-Proteine aus, so dass sie dem Immunsystem eine Corona-Infektion vorgaukeln. Dadurch soll der Körper einen Immunschutz aufbauen.

          Nah Abschluss aller klinischen Prüfungen rechnet IDT, dass der Impfstoff Ende 2021 zugelassen werden könnte. Der Bund schloss mit dem Unternehmen einen Vertrag zu Abnahme von mindestens fünf Millionen Impfdosen und gab bereits vorab 30 Millionen Euro des Kaufpreises für Investitionen in Produktionskapazitäten.

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