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Neue Vorsitzende der Linken : Mit einem Fuß ins kalte Wasser

Janine Wissler und Susanne Hennig-Wellsow am Samstag in Berlin Bild: EPA

Janine Wissler und Susanne Hennig-Wellsow sind die neuen Vorsitzenden der Linken. Sie kommen aus unterschiedlichen Lagern der Partei. Beide werden gebraucht, sollte es die Chance auf eine Regierungsbeteiligung geben.

          3 Min.

          Susanne Hennig-Wellsow geht ins Risiko. In mehrfacher Hinsicht. Kurz vor ihrer Rede auf dem Bundesparteitag der Linken am Samstagvormittag legt sie ihr Manuskript beiseite, tritt neben das Pult und hält eine freie Rede, mit der sie sich um den Vorsitz bewirbt. Das passt zu dem, was die Thüringerin, die in Erfurt Partei und Fraktion leitet, den Delegierten zu sagen hat: „Lasst uns nicht mehr warten!“ Die Linke solle jetzt Verantwortung im Bund in einem grün-rot-roten Bündnis übernehmen. „Ich werbe dafür, dass wir die CDU/CSU aus der Bundesregierung vertreiben“, formuliert das Hennig-Wellsow. Es gehe darum, ob die Linke den Mindestlohn erhöhen, das Gesundheitssystem ausbauen, die Frauenförderung stärken und Rüstungsexporte stoppen könne – allesamt Forderungen, über die sich mit SPD und Grünen verhandeln lässt. Wenn die Linke das wolle, „dann müssen wir auch mutig sein und aufbrechen in eine neue Zeit“.

          Markus Wehner

          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Sie sei nach der Wende in die PDS eingetreten, den Vorläufer der Linkspartei, weil die Partei die Ängste der Menschen im Osten verstanden habe und für deren Interessen gekämpft habe. Auch in der Zeit der Pandemie herrschten wieder Angst und Unsicherheit, und deshalb brauche es die Linke mehr denn je. Die Menschen könnten jetzt nicht noch jahrelang warten, weil sie ihre Probleme, etwa eine bezahlbare Wohnung, gleich lösen müssten. Die Linke sei lange eine Protestpartei gewesen, doch wenn sie stärker werden wolle, müsse sie regieren.

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