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Böhmermann gegen Merkel : Ein Witz

Jan Böhmermann hat Angela Merkel verklagt. Bild: dpa

Natürlich gelten für die Kanzlerin andere Maßstäbe als für einen Satiriker. Doch dass Jan Böhmermann diesen Witz von einem Verfahren durch die Instanzen treibt, ist rechthaberisch, mimosenhaft und ohne Pointe.

          Es wirkte wie ein schlechter Scherz: Jan Böhmermann, der es für lustig und allemal für rechtmäßig hält, den türkischen Präsidenten eine zoophile, stinkende, dumme Sau zu nennen, verklagt Angela Merkel, weil diese sein „Schmähgedicht“ über ihren Sprecher als „bewusst verletzend“ bezeichnet hatte. Natürlich gelten für die Kanzlerin, die mit staatlicher Macht ausgestattet ist und Böhmermanns Strafverfolgung in Teilen ermöglicht hatte, andere Maßstäbe als für einen Satiriker, der sich auf die Kunstfreiheit berufen kann (die allerdings, wie das noch laufende Zivilverfahren zeigt, auch nicht jede tumbe Geschmacklosigkeit deckt).

          Aber zu völligem Stillschweigen war Merkel dann doch nicht verurteilt, während sie das diplomatische Porzellan zusammenfegte, das Böhmermann just zu der Zeit zerschlagen hatte, als Deutschland zur Bewältigung der Flüchtlingskrise auf die Türkei angewiesen war. Mit dieser Feststellung einer Selbstverständlichkeit sollte Böhmermann es bewenden lassen, anstatt diesen Witz von einem Verfahren durch die Instanzen zu treiben – rechthaberisch, mimosenhaft und ohne Pointe.

          Constantin van Lijnden

          Redakteur für Frankfurter Allgemeine Einspruch.

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