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Jamaika-Kommentar : Ein Wort für Demokratiefeinde

Besonders der Chefposten im Finanzministerium ist hart umkämpft. Bild: dpa

Nach den Wahlen beginnt die Postenvergabe. Diese jedoch als Geschacher zu bezeichnen, wirft ein fahles Licht auf die Medien.

          Es gehört zu den Stereotypen zu Beginn jeder Wahlperiode, dass darüber geklagt wird, nun beginne das „Geschacher“ um Posten und Inhalte. Die Frage muss erlaubt sein: Ja, was denn sonst!? Da das Grundgesetz und das Wahlrecht eine auf Koalitionen angelegte Regierungsform wollen, bleibt den beteiligten Politikern nichts anderes übrig, als zu verhandeln.

          Inhalte aber sind mit Personen verbunden. Nichts zeigt das besser als der Kampf um das Bundesfinanzministerium. Dessen Politik lässt sich durch einen Koalitionsvertrag einhegen, entscheidend ist aber, wer es führt. Es ist deshalb nur die halbe Wahrheit, wenn gesagt wird, erst kämen die Inhalte, dann die Personen. Ehrlicher wäre: Inhalte lassen sich ohne Personen nicht denken.

          Mit „Geschacher“ hat das nichts zu tun. In dem Wort drückt sich die Sehnsucht nach einer Regierungsbildung aus, in der ein entrückter Volksgeist allen Beteiligten die Wahrheit einhaucht. Dass es Journalisten sind, die darauf hereinfallen, wirft ein fahles Licht auf die selbsternannte „vierte Gewalt“. Denn „Geschacher“ stammt aus dem Wörterbuch der Demokratiefeinde.

          Jasper von Altenbockum

          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

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