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Nahe Bremen : Ermittler durchsuchen Jacht von Oligarch Usmanow

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Die angeblich teuerste Jacht der Welt „Dilbar“ vergangene Woche in der Lürssen-Werft nahe Bremen Bild: AFP

Mit 60 Beamten durchsucht die Frankfurter Generalstaatsanwaltsschaft die Luxus-Jacht „Dilbar“ des russischen Pro-Kreml-Oligarchen Alischer Usmanow. Vergangene Woche wurde eine Villa in Bayern durchsucht.

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          Ermittler haben am Dienstag bei Bremen die Jacht eines russischen Unternehmers durchsucht. Das bestätigte die Generalstaatsanwaltschaft in Frankfurt am Main auf Nachfrage. Offenbar richtete sich die Aktion gegen den russischen Oligarchen Alischer Usmanow. Bei dem Schiff handelt es sich um die Luxusjacht „Dilbar“. An der Durchsuchung beteiligt waren 60 Beamten, wie aus einer Mitteilung der Generalstaatsanwaltschaft hervorgeht.

          In einem Ermittlungsverfahren gegen einen 69 Jahre alten Unternehmer aus der Russischen Föderation habe die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main und das Bundeskriminalamt (BKA) in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft München II eine Motorjacht in Norddeutschland durchsucht, heißt es in der Mitteilung der Generalstaatsanwaltschaft.

          Die Luxusjacht war im April auf Basis der EU-Sanktionen wegen des Einmarschs russischer Truppen in die Ukraine festgesetzt worden. Die mit einem Wert von mehr als 500 Millionen Euro angeblich teuerste Jacht der Welt wurde mit einem Verfügungsverbot belegt und darf damit „nicht mehr veräußert, vermietet oder belastet werden“, wie ein Sprecher des BKA damals sagte. Vergangene Woche war unter anderem eine Usmanow zugerechnete Villa im Nobel-Ferienort Rottach-Egern am bayerischen Tegernsee durchsucht worden.

          Mit der Begründung, Usmanow sei „ein Pro-Kreml-Oligarch mit besonders engen Bindungen“ zu Putin, hatte die EU Usmanow am 28. Februar auf die Sanktionsliste gesetzt. Auch der inhaftierte Kreml-Kritiker Alexej Nawalnyj hatte Usmanow mit üppigem Immobilienbesitz verbunden. Dass Usmanows Zeitung „Kommersant“ im vergangenen Herbst einen Hetzartikel des früheren russischen Präsidenten Dimitrij Medwedew gegen die Ukraine veröffentlichte, mit deren Führung es sich gar nicht lohne zu reden, hob die EU besonders hervor. So sei die Destabilisierung des Nachbarlands unterstützt worden.

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