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Irmgard F. : Ehemalige KZ-Sekretärin ist haftfähig

  • Aktualisiert am

Leere Anklagebank: Das Landgericht Itzehoe hat den Prozess nach der Flucht von Irmgard F. vertagt. Bild: Reuters

Irmgard F. bleibt auf unbestimmte Zeit in Untersuchungshaft. Die 96 Jahre alte Frau war am Donnerstag vor dem Auftakt des Prozesses um ihre NS-Vergangenheit untergetaucht.

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          Die vor dem Landgericht Itzehoe angeklagte ehemalige Sekretärin des Konzentrationslagers Stutthof bleibt zunächst in Untersuchungshaft. Der Haftbefehl gelte auf unbestimmte Zeit, sagte eine Sprecherin des Landgerichts der Nachrichtenagentur epd am Freitag.

          Die 96-Jährige Irmgard F. war am ersten Verhandlungstag am Donnerstag frühmorgens geflohen und mittags von der Polizei gefunden worden. Ihre Hafttauglichkeit wurde geprüft und bestätigt. Am Donnerstagabend sei die Angeklagte in die Untersuchungshaftanstalt gebracht worden, sagte die Sprecherin.

          Über eventuelle Rechtsmittel gegen den Haftbefehl wollte der zuständige Verteidiger zunächst keine Auskunft geben. Bis zum Sommer 2022 sind 27 Verhandlungstermine angesetzt. Der nächste Verhandlungstag ist für den 19. Oktober vorgesehen.

          Die Anklage wirft Irmgard F. Beihilfe zu mehr als 11.000 Fällen des Mordes und versuchten Mordes vor. Ihr wird zur Last gelegt, in ihrer Funktion als Stenotypistin und Schreibkraft in der Lagerkommandantur des ehemaligen KZ Stutthof zwischen Juni 1943 und April 1945 den Verantwortlichen des Lagers bei der systematischen Tötung von dort Inhaftierten Hilfe geleistet zu haben.

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