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Islam, Identität und Fußball : Die Causa Özil

Özil schreibt auf Twitter: „Ich habe zwei Herzen, ein deutsches und ein türkisches.“ Bild: Mart Klein und Miriam Migliazzi

Auf einmal gilt Mesut Özil nicht mehr als Beispiel für gelungene Integration, sondern als Problem. Aber wer hat hier eigentlich ein Problem? Der Fußballer oder unser Land?

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          Vor einigen Jahren zeigte Mesut Özil den Deutschen, wie selbstverständlich Integration sein kann. Es war das Jahr 2010, das Jahr, in dem Thilo Sarrazin „Deutschland schafft sich ab“ veröffentlichte und unter anderem schrieb: „Wer Türke oder Araber bleiben will und dies auch für seine Kinder möchte, der ist in seinem Herkunftsland besser aufgehoben.“

          Philip Eppelsheim

          Verantwortlicher Redakteur für die Frankfurter Allgemeine Woche.

          Andreas Nefzger

          Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Woche.

          Özil hatte sich für die deutsche Nationalelf entschieden. In Südafrika bei der Fußballweltmeisterschaft erreichte er mit dem Team den dritten Platz. In Berlin spielte er im selben Jahr auch gegen die Türkei. Vorher war viel diskutiert worden, beispielsweise, ob seine rot-weißen Fußballschuhe eine Liebeserklärung an das Land seiner Großväter seien. Özil wurde angefeindet. Auf der einen Seite hieß es, er, der 1988 in Gelsenkirchen geboren wurde, sei Türke und kein Deutscher. Auf der anderen, er sei kein echter Türke. Im Spiel schoss Özil ein Tor für Deutschland. Auf den Jubel verzichtete er, um niemanden zu provozieren. Hinterher in der Umkleidekabine lobte ihn sogar die Kanzlerin dafür. Das habe er gut gemacht.

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