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Machtübernahme der Taliban : Ist die Entwicklungshilfe in Afghanistan am Ende?

Anfang Mai im Westen Afghanistans: Menschen erhalten Hilfsgüter nach einer Flut Bild: EPA

In keinem anderen Land hat die Bundesrepublik so viel Entwicklungshilfe geleistet wie in Afghanistan. Seit der Machtübernahme der Taliban liegt die Zusammenarbeit auf Eis. Wie es weitergehen soll, ist unklar.

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          Mit dem Zusammenbruch der Regierung in Afghanistan hat auch die Entwicklungshilfe zunächst den Boden unter den Füßen verloren. Deutsche Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen engagieren sich seit mehr als einem halben Jahrhundert in Afghanistan. In kein Land flossen in den vergangenen 20 Jahren mehr Mittel aus dem Haushalt des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Im laufenden Haushalt waren 375 Millionen Euro für etwa 40 Projekte vorgesehen. Nach unbestätigten Schätzungen arbeiteten in Afghanistan zuletzt um die 2500 Menschen im Auftrag der staatlichen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) oder für nichtstaatliche Organisationen wie die Welthungerhilfe, Miserior, Caritas oder Ärzte ohne Grenzen. Ein Teil von ihnen ist nach Kabul geflüchtet, andere ducken sich zunächst weg, einige machen weiter.

          Peter Carstens
          Politischer Korrespondent in Berlin

          Bereits vor dem militärischen Sieg der Taliban lebten Millionen Afghanen in schwierigsten Verhältnissen: ausbleibende Ernten wegen anhaltender Dürre, das unkontrolliert grassierende Coronavirus, eine massive Flüchtlingsbewegung, auch im Landesinneren. Nach aktuellen Angaben des International Rescue Committee Deutschland sind bereits 18,9 Millionen Afghanen von humanitärer Hilfe abhängig. Der Geschäftsführer der Organisation mahnte: „Der militärische Rückzug aus Afghanistan darf nicht mit einem humanitären, politischen und diplomatischen Rückzug einhergehen.“

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