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Islamverbände und Corona : Hände waschen und Teppich mitbringen

Türkisch-islamische Ditib-Moschee in Göttingen Bild: dpa

Die Zweifel an den Islamverbänden waren zuletzt eher gewachsen. Im Kampf gegen Corona zeigen sie sich nun wild entschlossen und legen ein detailliertes Konzept für den Moscheebesuch vor.

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          Die Einschränkungen für die Religionsgemeinschaften waren hart, manche Verfassungsrechtler sagen: unverhältnismäßig hart. Als Mitte April die Baumärkte bereits wieder öffneten, wurde das Verbot von Gottesdiensten beibehalten. Mit den Vorgängen vertraute Personen berichten, dass die Spitzenpolitiker die für alle Religionen geltenden Verbote damals verlängerten, weil sie sich angesichts des bevorstehenden Ramadan (23. April bis 23. Mai) insbesondere Sorgen über das Infektionsrisiko in Moscheen machten. „Da gab es diffuse Vorbehalte“, bestätigt ein Vertreter der großen Kirchen. Ein führender Islamvertreter erklärt sich die Skepsis damit, dass viele Ministerpräsidenten genau wissen, wie voll es im Ramadan in den Moscheen wird, da sie selbst schon öfter am abendlichen Fastenbrechen teilgenommen haben.

          Reinhard Bingener

          Politischer Korrespondent für Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Bremen mit Sitz in Hannover.

          In den kommenden Tagen soll das religiöse Leben allmählich wieder in Gang kommen, auch in den Moscheen. Die vorsichtige Öffnung wurde auch durch das bisherige Verhalten der großen Islamverbände ermöglicht. Bekir Altas, der Generalsekretär der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs (IGMG), verweist darauf, dass die Dachverbände es zu Beginn der Corona-Krise binnen eines Tages geschafft hätten, die Moscheen fast flächendeckend zu schließen. „Wir haben damit unter Beweis gestellt, dass die Verbände handlungsfähig sind bis in die Ortsgemeinden hinunter“, sagt Altas.

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