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Islamkritik : Petry fordert Minarett-Verbot in Deutschland

  • Aktualisiert am

„Herr Mazyek täte gut daran, mal in den eigenen Reihen nach den Ursachen von Antisemitismus zu forschen“: Petry über den Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime in Deutschland Bild: dpa

Kurz vor Beginn des AfD-Parteitags teilt Frauke Petry noch einmal gegen den Islam aus. Für Integrationsprobleme macht sie die Muslimverbände verantwortlich. Trotzdem hat der Zentralrat der Muslime Petry zu einem klärenden Gespräch eingeladen.

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          Vor Beginn des AfD-Programmparteitags am Wochenende hat die Pateivorsitzende Frauke Petry ein Verbot von Minaretten in Deutschland gefordert: „Wer privat Muslim sein will, braucht dafür kein Minarett“, sagte Petry der „Rheinischen Post“.  In Minaretten komme der „Herrschaftsanspruch“ des Islams zum Ausdruck. „Der ist grundgesetzwidrig und den müssen wir von privater Religionsausübung trennen.“

          Petry machte in dem Interview die Verbände der Muslime für Integrationsprobleme verantwortlich und übte zugleich scharfe Kritik am Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek: „Herr Mazyek täte gut daran, mal in den eigenen Reihen nach den Ursachen von Antisemitismus zu forschen und die Frage nach dem Existenzrecht Israels zu klären“, sagte Petry.

          Zentralrat der Muslime lädt Petry ein

          Sie reagierte damit auf Mazyeks Vorwurf, wonach die AfD wie einst die NSDAP eine ganze Religionsgemeinschaft in Deutschland – den Islam – bedrohe. Viele Muslime stünden dem Existenzrecht Israels eindeutig negativ gegenüber, betonte Petry: „Auch das erschwert den Diskurs der Religionen in Deutschland. Gerade die Verbände der Muslime stehen der Integration im Weg.“

          Hat Petry zu einem klärenden Gespräch eingeladen: der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek.
          Hat Petry zu einem klärenden Gespräch eingeladen: der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek. : Bild: dpa

          Der Zentralrat der Muslime hat Petry unterdessen zu einem Gespräch eingeladen. Petry sei schriftlich zur kommenden Vorstandssitzung gebeten worden, um mit ihr über die Flüchtlingskrise, aber auch über Islamfeindlichkeit zu diskutieren, sagte der Zentralrats-Vorsitzende Aiman Mazyek der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. „Wir wollen wissen: Warum hassen Sie uns Muslime?“, sagte er der Zeitung.

          Petry zu Gesprächen mit muslimischen Verbänden bereit

          Petry zeigte sich daraufhin offen für Gespräche mit Vertretern deutscher islamischer Verbände gezeigt. „Miteinander reden ist wichtiger als übereinander reden“, sagte Petry am Freitag im Interview mit dem Deutschlandfunk. Zugleich stellte Petry die islamische Religion im Deutschlandfunk abermals als Bedrohung dar. Der Islam versuche, „sich in Europa immer mehr auszubreiten“. Sie sei der Meinung „dass ein friedliches Zusammenleben mit Menschen aus aller Welt in unserem Land möglich ist“. Allerdings müssten die Deutschen die Regeln dafür festlegen.

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