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Islamkonferenz : Nicht vom Fleck

Es waren die konkurrierenden, bisweilen widersprüchlichen Machtansprüche der muslimischen Organisationen, an denen sich in der Islamkonferenz immer wieder Streit entzündete. Hat sich die Konferenz überlebt?

          Dass die Deutsche Islamkonferenz vor dem Ende der vergangenen Legislaturperiode im Streit auseinanderging, sollte Bundesinnenminister Thomas de Maizière eine Warnung sein. Denn die religionspolitisch ambitionierte Konstruktion war nicht an den juristischen Klippen des Versuchs gescheitert, von Staats wegen Vertreter einer Religionsgemeinschaft an einen Tisch zu bringen.

          Es waren vielmehr die konkurrierenden, ja bisweilen widersprüchlichen Deutungs- und Machtansprüche der muslimischen Repräsentanten, die die Konferenz nicht vom Fleck kommen ließen. An dieser Gemengelage dürfte sich so bald nichts ändern – es sei denn, die muslimischen Vereine und Verbände nutzten offensiv die Möglichkeiten, die das deutsche Religionsverfassungsrecht ihnen bietet.

          Als Körperschaften könnten sie ihren Mitgliedern in jenen res mixtae wie schulischer Religionsunterricht, Wohlfahrtspflege oder Anstaltsseelsorge jene Stimme geben, die der deutsche Staat ihnen angeblich vorenthält. Freilich fallen diese Themen zumeist in die Hoheit der Länder. Hat sich die Islamkonferenz vielleicht überlebt?

          Daniel Deckers

          in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

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