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Islamkonferenz : Seehofer wirbt für deutschen Islam

Bild: AFP

Der Bundesinnenminister warnt vor „Muslimfeindlichkeit“. Sie sei eine Bedrohung für die gesamte Gesellschaft. Die Muslime in Deutschland fordert er auf, die Ausbildung von Imamen noch stärker selbst in die Hand zu nehmen.

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          Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat die Muslime in Deutschland aufgerufen, die Ausbildung von Imamen noch stärker selbst in die Hand zu nehmen und die Gemeinden von ausländischen Einflüssen zu befreien. Seehofer sagte zu Beginn einer Tagung der Deutschen Islamkonferenz, er habe „die Erwartung, dass die Türkei Schritt für Schritt die Zahl der nach Deutschland entsendeten Imame reduziert. Wir sorgen für unsere muslimischen Bürgerinnen und Bürger selbst.“

          Peter Carstens
          Politischer Korrespondent in Berlin

          Der Innenminister warnte in seiner Eröffnungsansprache auch vor „Muslimfeindlichkeit“. Sie sei eine Bedrohung nicht nur für die Muslime, sondern auch „für unsere Gesellschaft insgesamt“.

          Im Bemühen um einen Islam in Deutschland, „der die Werte des Grundgesetzes teilt und die Lebensart in Deutschland achtet“, sei die Ausbildung religiösen Personals in Deutschland und in deutscher Sprache ein wesentlicher Teil. Das gemeinsame Ziel der Islamkonferenz sei es, die Ausbildung zu fördern und „Unabhängigkeit von Einflüssen aus dem Ausland zu schaffen“.

          Der größte Dachverband der aus der Türkei gekommenen Muslime habe 2019 mit der Ausbildung von Imamen und auch Gemeindepädagoginnen begonnen. Seehofer dankte den Mitgliedern der Islamkonferenz. Diese sei eine „Antwort auf den dumpfen und bestialischen islamistischen Terrorismus“, sagte der Innenminister und fuhr fort: „Sie leisten einen unheimlich wichtigen Dienst für unser Land und ihre Heimat.“

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