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Islamismus : König-Fahd-Akademie verherrlicht Kampf gegen „Ungläubige“

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Der Vater des sieben Jahre alten Ziad, Abul Ola, war, als er 1997 arbeitslos wurde, wegen der Akademie aus dem Rhein-Main Gebiet in die Nähe von Bonn gezogen. Abul Ola hat 14 Kinder im Alter von 27 Jahren bis drei Monaten; den jüngeren Kindern wollte der aus Jordanien stammende Ingenieur für Kunststofftechnik den Besuch der arabischen Schule in Bonn - mit ihrer neuen Dependance in Berlin der einzigen in Deutschland - ermöglichen. Ola, der 1972 als junger Mann nach Deutschland kam, „weil hier das Studium nichts kostet“, arbeitete einige Jahre lang in seinem Beruf.

Initiative zum Erhalt der Fahd-Akademie

Heute ist er Vorsitzender des „Arabisch-deutschen Familienvereins“ in Bonn, der in einem unscheinbaren Hinterhof in der Nähe der Fahd-Akademie untergebracht ist. Dort findet während der Sommerferien Koranunterricht statt, manchmal engagiert der Verein auch eine Deutschlehrerin. Denn an der Fahd-Akademie wird in manchen Jahrgängen nur eine Stunde Deutsch in der Woche unterrichtet. Der Familienverein arbeitet eng zusammen mit der „Elterninitiative der König Fahd-Akademie“.

Diese Initiative kämpft für den Erhalt der Akademie in ihrer jetzigen Form. Ihr Vorsitzender ist Mahmud Abdalwahab. Er kam 1986 nach Deutschland, um in Duisburg in Chemie zu promovieren. Abdalwahab, der zuletzt als Computerfachmann gearbeitet hat, ist heute arbeitslos. Vor vier Jahren zog er mit seiner sechsköpfigen Familie nach Bonn, um seinen ältesten Sohn Ahmad an der König-Fahd-Akademie einzuschulen. Auch Ahmads Bruder Mohammed lernt an der Akademie; doch den Prozeß um Mohammeds Ausnahmegenehmigung hat der Vater verloren. Ahmad hat die Ausnahmegenehmigung noch.

Muslime als „Opfer einer Verschwörung“

Mahmud Abdalwahab jedenfalls will kämpfen: „Wir ziehen bis vor das Bundesverfassungsgericht und den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte.“ Er will seine Kinder um jeden Preis vor westlichen Einflüssen schützen. Notfalls will er sie nach Ägypten zurückbringen. Er sieht die Muslime als Opfer einer Verschwörung von Andersgläubigen: „In Deutschland wird von Demokratie, Toleranz und Religionsfreiheit geredet, aber für Muslime gilt das nicht.“ Moscheen seien nur in Gewerbegebieten erlaubt; von den Kindern verlange man, „daß sie ihre Religion und ihre Muttersprache aufgeben“.

Abdalwahab, der bei der Demonstration einer der Hauptredner war, ist in der Lage, Gruppen um sich zu scharen und zu agitieren. Er ist klug, verbittert und fromm. An der Al-Azhar-Universität in Kairo studiert er im Fernstudium islamische Theologie. Er gibt keiner Frau die Hand, läßt seinen Bart wachsen und will auf keinen Fall fotografiert werden. In Duisburg, seinem früheren Wohnort, war er Vorsitzender des „Internationalen Treffs“. Dort lernte er Christian Ganzcarski kennen, einen polnischen Spätaussiedler, der zum Islam konvertierte. Ganczarski war Mitwisser des Attentats auf die Synagoge in Djerba.

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