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Islamische Gefängnisseelsorge : Den Wütenden Halt geben – mit dem Koran

Husamuddin Meyer am 22. März 2017 mit Gefangenen im Gebetsraum der Justizvollzugsanstalt in Wiesbaden Bild: Frank Röth

Die Gefängnisseelsorge in Deutschland war lange Zeit eine Aufgabe der evangelischen und katholischen Kirchen. Wissenschaftler und muslimische Geistliche fordern nun professionellere Strukturen.

          4 Min.

          Jeden Freitag trifft sich Husamuddin Meyer mit einer Gruppe junger Männer in einem kleinen, schlichten Raum der Justizvollzugsanstalt Wiesbaden, um zu beten. Der Imam liest die Suren des Korans und hält eine Predigt. Anschließend gibt es die Möglichkeit, Einzelgespräche mit ihm zu führen, über psychische Probleme, Sorgen im Gefängnisalltag oder familiäre Schwierigkeiten.

          Kevin Hanschke
          Volontär.

          Die Gefängnisseelsorge in Deutschland war lange Zeit eine Aufgabe der evangelischen und katholischen Kirchen. Doch die Gefängnisrealität sei anders, sagt Meyer. „In Hessen sind ein Viertel der Gefängnisinsassen muslimischen Glaubens, und damit sind die Muslime eine der größten konfessionellen Gruppen in den Justizvollzugsanstalten.“ Deutschlandweit sei die Zahl ähnlich hoch. Rund 10.000 der rund 60.000 Häftlinge sind Muslime.

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