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Islamische Bewegung : Evangelischer Experte hält Gülen für „problematisch“

  • Aktualisiert am

Das Gymnasium Dialog in Köln steht der Gülen-Bewegung nahe (Archivbild). Bild: Kai Nedden

Die in der Türkei nach dem Putschversuch verfolgte Bewegung des islamischen Predigers Gülen wird auch in Deutschland kritisch bewertet. Der in Amerika lebende Gülen sei kein „Reformtheologe“, sagt ein evangelischer Experte im Gespräch mit der F.A.S.

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          Die Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW) in Berlin hält die Hizmet-Bewegung des islamischen Predigers Fethullah Gülen für problematisch. Es gebe dort eine „hohe Sozialkontrolle“. Zudem stehe Gülen nicht für einen fortschrittlichen Islam, sagte der Islam-Experte der EZW, Friedmann Eißler, der F.A.S.

          „Er ist ausdrücklich kein Reformtheologe, sondern passt lediglich die Vermittlung der konservativ-islamischen Inhalte geschickt den Umständen der umgebenden Gesellschaft an.“

          Man müsse sich klar machen, dass der Prediger die islamischen Werte in seinen Schriften immer wieder in einen Gegensatz zu „westlichen“, also „christlichen“ Werten bringe, erklärte Eißler. Gülen verteidige die Gebote und Verbote der Scharia ausnahmslos.

          Die Gülen-Bewegung ist seit dem gescheiterten Putsch in der Türkei Mitte Juli verstärkt ins Rampenlicht gerückt. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hält Gülen für den Drahtzieher des Umsturzversuches und verlangt dessen Auslieferung von den Vereinigten Staaten, wo der Prediger seit 1999 lebt.

          Weiter sagte Eißler über die Hizmet-Bewegung Gülens, „Gehorsam und Opferbereitschaft sind absolute, zentrale Werte, an denen natürlich auch das Verhalten der Anhängerinnen und Anhänger gemessen wird.“ Über Aussteiger würden häufig negative Geschichten verbreitet.

          Das „Problem der Indoktrinierung“ entstehe nicht direkt in den Schulen und Nachhilfeeinrichtungen, sondern in deren Umfeld, erläuterte Eißler, der die Bewegung des türkischen Predigers seit langem beobachtet. „Indem die jungen Menschen für die inneren Kreise interessiert und angeworben werden - mit Hilfe von Hausbesuchen, mit Geschenken, mit intensiven Gesprächen mit den Eltern - kann auch ein gewisser Druck entstehen.“

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