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Islam-Debatte : Brandanschlag auf Moschee in Sinsheim

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.-Greser&Lenz

Nach den Bränden in Moscheen und Kirchen in den Niederlanden ist auch in Baden-Württemberg ein Anschlag auf eine Moschee verübt worden. Innenminister Schily (SPD) hat die Muslime in Deutschland zum Engagement gegen den Islamismus aufgerufen.

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          Im baden-württembergischen Sinsheim ist ein Brandanschlag auf eine Moschee verübt worden.

          Wie die Polizei in Heidelberg mitteilte, warfen Unbekannte in der Nacht zum Donnerstag eine Flasche mit einer brennbaren Flüssigkeit gegen die Eingangstür. Sie trafen die Glasscheibe über der Tür, die dadurch zerbrach. Die brennende Flüssigkeit beschädigte die hölzerne Eingangstür.

          In der Moschee soll der Imam wohnen

          Die Flammen wurden von einer im Anwesen der Moschee wohnenden Frau entdeckt und mit Wasser gelöscht. In der Moschee soll der Iman mit seiner Familie wohnen. Über den Hintergrund der Tat lagen zunächst keine Erkenntnisse vor.

          Das Staatsschutzdezernat sowie das Landeskriminalamt Baden-Württemberg übernahmen die Ermittlungen. Der Schaden wurde mit rund 10.000 Euro angegeben.

          Schily fordert Muslime zum Einsatz gegen Islamismus auf

          Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) hat die in Deutschland lebenden Muslime zum Engagement gegen den radikale Islamismus aufgerufen. Der Staat dürfe „erwarten, daß sich alle Muslime in Deutschland aktiv gegen die ideologischen Wegbereiter des Islamismus einsetzen“, sagte Schily.

          Er warnte zugleich vor muslimischen „Parallelgesellschaften“ und einer „Multi-Kulti-Seeligkeit“ in Deutschland. Wenn sich eine Kultur aus dem gesellschaftlichen Gefüge des Gastgeberlandes herauslöse, „dann wird es gefährlich.“

          „Kein muslimischer Feiertag“

          Politische Gesten an die Muslime in Deutschland wie die Einführung eines muslimischen gesetzlichen Feiertages lehne er strikt ab, betonte Schily. „Das wird niemand weiter verfolgen.“ Er erteilte damit einem Vorschlag des Grünen-Politikers Hans-Christian Ströbele eine Absage.

          Die Wahl der Sprache, in der in Moscheen gepredigt werde, solle frei bleiben, betonte der Minister. Ohnehin hat der Staat hier wenig Handhabe: Bei den Moscheen handelt es sich rechtlich in der Regel um Privaträume von Vereinen, in die der Arm des Gesetzes nur bedingt gelangt. Und in christlichen Kirchen wird auch bisweilen in anderer Muttersprache gepredigt, auf kroatisch, polnisch, italienisch, spanisch und englisch beispielsweise.

          66 Prozent Christen, fünf Prozent Muslime

          Die Landesbischöfin der Evangelisch-Lutheranischen Kirche in Hannover, Margot Käßmann, ist gegen einen gesetzlichen muslimischen Feiertag in Deutschland. Ein solcher Feiertag sei unverhältnismäßig, sagte Käßmann am Donnerstag im Deutschlandfunk.

          „Ein gesetzlicher Feiertag ist ja einer, an dem ein Land bedenkt, woher es kommt, was seine eigenen Grundlagen sind, und 66 Prozent in diesem Land gehören einer christlichen Kirche an, weniger als fünf Prozent dem muslimischen Glauben.“

          Ströbele rudert zurück

          Grünen-Fraktionsvize Hans-Christian Ströbele war mit seiner Befürwortung eines gesetzlichen islamischen Feiertags anstelle eines christlichen überwiegend auf Kritik gestoßen. Er hat seinen Vorschlag mittlerweile aufgegeben. „Ich will den Christen nichts wegnehmen“, sagte Ströbele der „Tageszeitung“.

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