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Syrien-Rückkehrer : Mutmaßlicher IS-Terrorist in Berlin festgenommen

  • Aktualisiert am

Dschihadisten des Islamischen Staates beten gemeinsam in Raqqa Bild: AP

Nach seiner Rückkehr aus Syrien ist ein junger Mann in Berlin festgenommen worden. Er soll für die Terrororganisation „Islamischer Staat“ gekämpft haben.

          Ein mutmaßlicher IS-Terrorist ist nach seiner Rückkehr nach Deutschland in Berlin festgenommen worden. Es handelt sich um einen 30-jährigen Mann mit türkischem Pass und Berliner Wohnsitz. Ein Spezialeinsatzkommando der Berliner Polizei habe ihn am Freitag festgenommen, sagte ein Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft am Montag. Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung darüber berichtet.

          Er soll von Januar bis August in Syrien an Waffen ausgebildet worden sein. Daher wurde er mit Haftbefehl gesucht. Nach dem Zeitungsbericht kämpfte er außerdem in Syrien für die Terrororganisation ISIS, die sich im Sommer in IS (“Islamischer Staat“) umbenannte. Im August kehrte der Mann nach Berlin zurück.

          Der Vorwurf lautet nach Paragraf 89a des Strafgesetzbuches auf Vorbereitung einer schweren, staatsgefährdenden Gewalttat. Diese Tat richtet sich gegen die Sicherheit eines Staates oder einer internationalen Organisation.

          Strafbar ist die entsprechende Ausbildung, etwa im Umgang mit Waffen und Sprengstoff, auch, wenn sie im außereuropäischen Ausland von einem Ausländer mit „Lebensgrundlage“ in Deutschland betrieben wird. Nach dem Zeitungsbericht wird nun geprüft, ob der Generalbundesanwalt die Ermittlungen übernimmt.

          Auch in Aachen Islamist festgenommen

          Nach der Festnahme von vier mutmaßlichen Entführern prüft die Aachener Staatsanwaltschaft einen islamistischen Hintergrund der Tat. Die vier Männer, drei Dänen und ein Iraker, sollen am 3. September in Aachen einen 52-jährigen Ägypter entführt haben. Sie wurden noch am selben Tag festgenommen und sitzen in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen erpresserischen Menschenraub vor.

          Nach einem Bericht von „Spiegel-Online“ soll es sich bei einem der Tatverdächtigen um einen 22-jährigen dänischen Islamisten handeln. Dafür gebe es bisher keine Anhaltspunkte, sagte Sprecher der Staatsanwaltschaft, Jost Schützeberg, am Montag. „Es liegen uns keine Erkenntnisse vor, dass die Tat in irgendeiner Form dazu diente, Geld für eine solche Organisation zu beschaffen.“ Ein möglicher islamistischer Hintergrund werde bei den weiteren Ermittlungen aber geprüft.

          Laut „Spiegel online“ gilt der 22-Jährige in dänischen Sicherheitskreisen als islamistischer Gefährder. Während einer Haftstrafe wegen Raubes sei er konvertiert, nach der Entlassung habe er sich radikalisiert und sei zweimal nach Syrien gereist. In Deutschland sei er bislang nicht als Extremist aufgefallen, sagte Schützeberg.

          Die vier Männer hätten nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler ihr Opfer mit einem Messer oder Schraubenzieher vor dessen Wohnung in Aachen bedroht und im Auto entführt, sagte Schützeberg. Vom Onkel des Mannes hätten sie 10.000 Euro gefordert. Die Tatverdächtigen seien vor einem Hotel von Spezialkräften der Polizei festgenommen worden.

          Kein Hinweise auf Anschläge auf EU-Einrichtungen

          Die EU-Kommission hat nach eigenen Angaben keine konkreten Hinweise auf Anschlagspläne von Extremisten des Islamischen Staates auf EU-Einrichtungen. Die belgischen Sicherheitsbehörden hätten bestätigt, dass es keine spezifischen Anhaltspunkte für derartige Pläne gebe, sagte ein Sprecher der Kommission am Montag und reagierte damit auf einen Bericht des niederländischen TV-Bericht vom Samstag. Wenn es notwendig sei, würden zusätzliche Maßnahmen ergriffen.

          Auf die Frage, ob die höhere Präsenz von Sicherheitspersonal am Hauptsitz der Kommission, dem Berlaymont-Gebäude in Brüssel, mit den Berichten in Zusammenhang stehe, antwortete der Sprecher: „Wir kommentieren grundsätzlich keine internen Sicherheitsmaßnahmen.“ Dem Sender NOS zufolge waren Anfang August zwei Personen am Flughafen Brüssel festgenommen worden, die einen Anschlag auf das EU-Kommissionsgebäude geplant hätten.

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