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Urteil gegen IS-Frau : Nicht die treibende Kraft, aber eine Mittäterin

Jennifer W. am 25. Oktober 2021 im Oberlandesgericht München Bild: dpa

Jennifer W. schloss sich dem IS an und hielt mit ihrem Mann zwei Jesidinnen als Sklaven, ein Mädchen ließen sie verdursten. Nun hat das Gericht in München sie verurteilt.

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          Kurz nach der Hochzeit im Frühjahr 2015 teilte Jennifer W. ihrem Mann mit, dass es für sie nicht infrage komme, den gemeinsamen Haushalt in Falludscha im Irak künftig allein zu führen. Das musste sie dann auch nicht. Denn Jennifer W., Anfang 20, ohne Berufsausbildung und aus Lohne in Niedersachsen stammend, standen fortan zwei Sklavinnen zur Verfügung, die ihr Mann, Mitglied der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS), zuvor gekauft hatte. Die beiden Jesidinnen, ein fünfjähriges Mädchen und seine Mutter, gehörten zu den unzähligen Frauen dieser Glaubensgemeinschaft, die von den Kämpfern des IS aus ihren Heimatdörfern verschleppt, auf Märkten verkauft, systematisch vergewaltigt, geschlagen oder ausgebeutet worden waren.

          Karin Truscheit
          Redakteurin im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Im Haus von W. und ihrem Mann mussten die beiden Jesidinnen Arbeitsaufträge erledigen, die W. erteilte: putzen, waschen, spülen. W., so führt es der Vorsitzende Richter am Montag in der Urteilsbegründung aus, habe sich bei ihrem Mann häufig über die „Sklavinnen“ beschwert. Die Mutter habe „mangelhafte“ Arbeit verrichtet, das Kind sei zu oft zu ihr ins Schlafzimmer gelaufen und „störte“, so W. Es habe auch häufig geweint.

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