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IS-Rückkehrerin verurteilt : Vom Bodensee in den Dschihad

  • -Aktualisiert am

Sarah O. am 16. Oktober 2019 im Düsseldorfer Oberlandesgericht Bild: dpa

Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat Sarah O. zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt. Sie hatte sich als Minderjährige der Terrorvereinigung „Islamischer Staat“ angeschlossen und in Syrien Jesidinnen als Sklavinnen gehalten.

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          Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat am Donnerstag die 23 Jahre alte Sarah O. aus Konstanz wegen Mitgliedschaft in der Terrorvereinigung „Islamischer Staat“ (IS) „in Tateinheit mit einem Verbrechen gegen die Menschlichkeit mit Todesfolge durch Versklavung“ zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt. Der Prozess gegen Sarah O. und ihre Schwiegereltern aus Köln wurde unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführt, da O. zu einem Teil der Tatzeit noch Jugendliche war.

          Reiner Burger
          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.

          Die Gymnasiastin Sarah O. hatte im Alter von 15 Jahren ihre Familie in Konstanz am Bodensee verlassen, um sich in Syrien dem IS anzuschließen. Dort heiratete sie 2014 nach islamischem Recht den aus Köln stammenden IS-Kämpfer Ismail S. Dessen Eltern Perihan und Ahmet S. haben nach Überzeugung des Gerichts Sarah O. und ihre beiden Söhne und damit die Terrororganisation unterstützt. Der 7. Strafsenat des OLG Düsseldorf verurteilte die Schwiegermutter zu viereinhalb Jahren, den Schwiegervater zu drei Jahren Haft. Das Ehepaar habe gewusst, dass sich ihre Söhne in Syrien dem IS angeschlossen hatten. Dennoch hätten sie die beiden mit Geld, Waffenzubehör und Ausrüstung unterstützt.

          Vergewaltigungen gebilligt

          Sarah O. wiederum habe gemeinsam mit ihrem Ehemann Ismail S. insgesamt fünf jesidische Frauen und zwei minderjährige jesidische Mädchen als Sklavinnen gehalten. Drei von ihnen traten als Nebenklägerinnen im Verfahren auf. Zwei der drei Nebenklägerinnen hat Ismail S. nach Feststellung des Gerichts mit Einverständnis von Sarah O. vergewaltigt. Sie habe das „nach den Regeln des IS für geboten gehalten“ und ihren Ehemann darin sogar bestärkt. Eine 14 Jahre Sklavin kam laut Urteilsbegründung bei einer durch Sarah O. gebilligten Fahrt über eine unter Beschuss stehende Straßenverbindung ums Leben.

          Als der Niedergang des IS voranschritt, war Sarah O. in die Türkei geflohen, von wo aus die junge Frau schließlich nach Deutschland abgeschoben wurde. Als Sarah O. schließlich im September 2018 mit ihren drei Kindern am Düsseldorfer Flughafen ankam, war sie umgehend verhaftet worden.

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