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Interview mit Katarina Barley : „Man wird als Frau anders behandelt“

Katarina Barley im März 2019 als Justizministerin im Gespräch mit Wirtschaftsminister Peter Altmaier und Innenminister Horst Seehofer Bild: EPA

Viele Frauen wählen schlecht bezahlte Berufe, gehen seltener in die Politik und kritisieren zum Teil Mütter, die in Vollzeit arbeiten. Tun sie zu wenig für ihre eigene Gleichstellung? Das haben wir die Feministin Katarina Barley gefragt.

          7 Min.

          Guten Tag, Frau Barley, haben Sie meine E-Mail gelesen?

          Justus Bender

          Redakteur in der Politik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Überflogen. Das kann ja heiter werden.

          Ich will mit Ihnen darüber reden, ob Frauen zu wenig für ihre eigene Gleichstellung tun. Ist das heikel?

          Das kommt auf den Unterton an. Ich bin bekannt dafür, dass ich Frauen unterstütze und gegen ihre Benachteiligung bin. Aber ich sage auch oft: Frauen dürfen nicht warten, dass was passiert, sondern müssen selbst aktiv werden.

          Am 1. März 2018 haben Sie im Bundestag etwas anderes gesagt: „Wenn Frauen trotz gleicher formaler Rechte immer noch nicht die gleiche Teilhabe haben, dann heißt es oft: Selber schuld.“ Und weiter: „All das ist falsch. Dass Gleichstellung noch nicht erreicht ist, liegt nicht an den Frauen.“ Sie haben also geleugnet, dass es auch an den Frauen hängt.

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