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Islamistische Gewalttaten : Deutscher Dschihadist auf Liste potentieller Selbstmordattentäter

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Kämpfer der Terrormiliz „Islamischer Staat“ während einer Parade in Raqqa im Juni 2014 Bild: Reuters

Bei einem Anti-Terror-Einsatz in Mossul haben amerikanische Geheimdienste offenbar eine Liste möglicher Attentäter gefunden und an Interpol weitergegeben. Auch Namen europäischer Extremisten sind darauf vermerkt.

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          Auf einer Interpol-Liste mit insgesamt 173 potentiellen Selbstmordattentätern der IS-Miliz befinden sich einem Zeitungsbericht zufolge auch sechs Extremisten aus Europa. Einer der Gesuchten komme aus Nordrhein-Westfalen, berichtete die Zeitung „Welt“ am Donnerstag. Interpol habe die Liste im Mai an die europäischen Polizeibehörden übermittelt.

          Bei dem deutschen Dschihadisten handelt es sich dem Bericht zufolge um einen 27 Jahre alten Mann aus Solingen. Er sei im Herbst 2012 zunächst nach Ägypten, dann in die Türkei und anschließend nach Syrien ausgereist. Mitte Juli habe die Miliz „Islamischer Staat“ (IS) über soziale Netzwerke seinen Tod im syrischen Raqqa verkündet. Allerdings seien dabei keine Todesumstände genannt worden, was als sehr ungewöhnlich gelte.

          Der Großteil der potentiellen Attentäter kommt dem Bericht zufolge aus dem Irak sowie aus Nordafrika, den arabischen Golfstaaten, Tadschikistan und Bangladesch. Die übrigen europäischen Verdächtigen kämen aus Belgien, Frankreich, den Niederlanden und Bosnien.

          Die Liste der potentiellen Attentäter sei bei Anti-Terror-Operationen im irakischen Mossul entdeckt worden. Amerikanische Geheimdienste hätten die Daten anschließend ausgewertet und an Interpol übermittelt. Das Bundeskriminalamt lehnte der Zeitung gegenüber eine Stellungnahme ab.

          Unter Berufung auf deutsche Sicherheitskreise berichtete die „Welt“, es bestehe die Gefahr, dass der IS versuchen könnte, einen Teil der Islamisten heimlich nach Europa zu entsenden, um Anschläge zu begehen.

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