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Internationale Presse zu Hanau : „Das Monster ist erwacht“

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Blumen und Kerzen sind am Marktplatz von Hanau für die Opfer des Terroranschlags aufgestellt worden. Bild: dpa

Nach dem Terroranschlag von Hanau sehen internationale Medien rechtsextremes und rassistisches Gedankengut Deutschland unterwandern. Die Angst vor abermaligen Attacken wächst.

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          Kassel, Halle, Hanau – drei rechtsextreme Terroranschläge binnen weniger Monate. Was kommt nach danach? Dass der AfD-Parteivorsitzende Jörg Meuthen den Terroranschlag am Donnerstag auf Twitter als weder rechten noch linken Terror beschrieb, befeuerte die Diskussion zusätzlich. Die Internationale Presse reagiert besorgt. Es handele sich offenkundig um keinen Einzelfall, schreibt die spanische Zeitung El Periódico. Das Sicherheitsgefühl in Deutschland sei fragil, titelt die New York Times und die BBC schreibt von einer „Welle wachsenden einheimischen Extremismus“ in Deutschland. Der Massenmord von Hanau reihe sich in eine Serie rassistisch, antisemitischer und rechtsextremistisch motivierter Anschläge ein und sei nicht nur ein Angriff auf Deutschland, sondern auf ganz Europa. Der ultra-rechte Terrorismus ist eine westliche Realität, die tief in den dunklen Tiefen unserer Gesellschaften verwurzelt ist“, schreibt die französische Tageszeitung La Voix du Nord. Und Deutschland sei nun das Zentrum dieser Dunkelheit. „Deutschland macht uns wieder Angst“, schreibt die italienische Zeitung La Repubblica. Ein Monster sei erwacht – expulsives rechtsextremes Gedankengut –, das auch in Italien nicht schlafe.

          Forderung nach klarer Trennung zu Rechtsextremismus in der Politik

          Der Guardian erinnert an die Migrationskrise des Jahres 2015. Sie habe Islamophobie und Rassismus geschürt. Eine Periode politischer Turbulenzen sei nun unvermeidlich. Die britische Tageszeitung blickt mit Sorge auf die Regierungskrise in Thüringen und den Umbruch in der Union. Sie warnt vor Nähe zur AfD. „Während die erfolgreichste Partei der Nachkriegsära in Deutschland über ihre künftige politische Richtung nachdenkt, sollten die Ereignisse von Hanau all jenen stark zu denken geben, die versuchen möchten, die äußerste Rechte zu zähmen, einzubinden oder zu imitieren. Der Sperrgürtel zur Isolierung der AfD und ihresgleichen muss aufrechterhalten werden.“

          Die niederländischen Tageszeitungen Handelsblatt NRC und De Standaard äußern sich besorgt über die rechtsextreme und rassistische Unterwanderung der deutschen Gesellschaft. „Parallel zum Aufschwung der AfD gilt in der Mitte der deutschen Gesellschaft die Feindseligkeit gegenüber Menschen mit Migrationshintergrund immer weniger als ein Tabu.“

          Aus diesem Grund sieht auch der Zürcher Tages-Anzeiger nicht nur die Politik, sondern auch die deutsche Gesellschaft gefordert: „Die Gefahr ist aber auch gewachsen, weil rassistische Hetze in der Gesellschaft heute verbreiteter und sichtbarer ist als vermutlich jemals zuvor seit Bestehen der Bundesrepublik. Im Internet wird Einwanderern, vor allem Muslimen, tausendfach Deportation, Gewalt oder Tod angedroht. Bei Pegida in Dresden, bei den Neuen Rechten, bei den sogenannten Reichsbürgern und auch bei manchem Politiker der Alternative für Deutschland werden Woche für Woche rassistische Parolen laut, die nicht viel weniger aggressiv und menschenverachtend tönen als jene des rechten Terroristen von Hanau (...). Die potentiellen Terroristen zu fassen und die gewaltbereiten Szenen in den Griff zu bekommen, genügt deshalb nicht. Die Behörden müssen auch stärker gegen Hetze und Übergriffe im Internet und auf der Straße vorgehen, notfalls mit schärferen Gesetzen. Der Gefahr aber, dass der immer hemmungslosere Hass auf ‘Fremde’ schleichend das Gemeinwesen vergiftet, kann nur die deutsche Gesellschaft als Ganzes begegnen. Für einen Aufstand der weltoffenen Mehrheit ist es höchste Zeit.”

          Der arabische Nachrichtensender Al Dschasira schreibt von „Schockwellen“, die der Anschlag um die ganze Welt gesendet habe und ist trotzdem überzeugt:  „Der Anschlag hätte mehr Aufmerksamkeit bekommen, wenn der Angreifer ein Muslim gewesen wäre.“

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