https://www.faz.net/-gpf-acyzj

Wegen Corona : Interesse am Klimawandel nach Umfrage rückläufig

  • Aktualisiert am

Generation Fridays for Future? Selbst unter den Jungen sinkt das Interesse am Klimawandel. Klimaproteste, wie dieser vor wenigen Tagen in Berlin, waren zuletzt ohnehin kaum möglich. Bild: dpa

Ist die globale Erwärmung die größte Bedrohung der Zukunft? Das sehen offenbar immer weniger Deutsche so. Und das hat mit der Pandemie zu tun.

          1 Min.

          In der Corona-Krise geht das Interesse der Deutschen an den Folgen des Klimawandels nach Umfragen des Hamburger Zukunftsforschers Horst Opaschowski deutlich zurück. Das Umweltbewusstsein der Deutschen sinke stetig, sagte Opaschowski. Das gehe aus repräsentativen Umfragen des Opaschowski Instituts für Zukunftsforschung (OIZ) der vergangenen drei Jahre hervor. Dabei wurden jeweils 1000 Personen ab 14 Jahren nach ihren Einstellungen zum Klimawandel befragt.

          So stimmten der Aussage „Klimawandel und Wetterextreme werden zur größten Bedrohung der Zukunft“ 2019 noch 83 Prozent zu, 2020 waren es 78 Prozent und 2021 noch 72 Prozent.  Auch die Jungen im Alter von 14 bis 24 Jahren hätten kontinuierlich Interesse an Klimafragen verloren (2019: 80 Prozent, 2020: 76 Prozent, 2021: 71 Prozent). Besonders stark gehe das Interesse bei den Großstädtern, den Singles und den Befragten mit Hauptschulabschluss zurück. Nur die Befragten im ländlichen Raum machten sich unverändert große Sorgen um die Folgen des Klimawandels.

          „Soziale Fragen im Umfeld von Gesundheit, Pflege, Rente, Armut und Einsamkeit rücken in den Vordergrund – und verdrängen Umweltprobleme in ihrer subjektiven Bedeutung“, sagte Opaschowski. Die Ökologie gerate zunehmend in den Schatten ökonomischer, psychologischer und sozialer Interessen. „Der weltweite Klimawandel ist für viele Deutsche weit weg, während die ganz persönlichen Folgen der Pandemie existenziellen Charakter haben.“ Dazu gehöre auch das Auf- und Nachholen von verlorener Lebenszeit. Die Menschen wollten endlich wieder ohne schlechtes Gewissen ihr Leben genießen können.

          Weitere Themen

          Massenproteste in Brasilien Video-Seite öffnen

          Bolsonaros Corona-Politik : Massenproteste in Brasilien

          Zehntausende haben in Brasilien erneut für die Amtsenthebung und gegen die Corona-Politik des rechtsextremen Präsidenten Jair Bolsonaro demonstriert. Kundgebungen waren in mehr als 400 Städten angekündigt.

          Ehrungen als Dienst nach Vorschrift

          Kretschmanns Verdienstorden : Ehrungen als Dienst nach Vorschrift

          Baden-Württembergs Ministerpräsident verleiht den Verdienstorden des Landes, doch die Liste der Geehrten scheint aus der Zeit gefallen: Nicht einer ist dabei, weil er sich in der Corona-Krise verdient gemacht hat.

          Topmeldungen

          Von innen nach außen –  die zerstörten  Gleise der Ahrtalbahn bei Marienthal, daneben die zerstörte Bundesstraße B 267.

          Medienökologin über die Flut : „Es sind Bilder entfesselter Kräfte“

          Schutzmaßnahmen allein reichen nicht – wir brauchen neue Erzählungen, sagt die Medienökologin Birgit Schneider. Im Interview spricht sie über die Darstellung des Klimawandels und die Kluft zwischen Wissen und Handeln.

          Afghanistan : Eine Stadt in Angst

          Die Taliban stehen vor Kabul. Viele Einwohner der afghanischen Hauptstadt sind verzweifelt und fragen sich, ob sie fliehen sollen. Ein paar junge Frauen wollen kämpfen.

          Basketball-Star Luka Dončić : Schaut diesem Jungen zu!

          Luka! Die besten Basketballspieler werden beim Vornamen genannt. Der Slowene Dončić will in Tokio den Entertainern der USA die Show stehlen. Denn vielleicht ist seine erste Chance schon die letzte.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.