https://www.faz.net/-gpf-8gs7d

Integrationsdebatte : CDU-Präsidiumsmitglied fordert „klare Ansagen“ an Zuwanderer

  • Aktualisiert am

Das sogenannte Maghreb-Viertel von Düsseldorf ist ein Beispiel für Gegenden mit besonders vielen muslimischen Zuwanderern. Bild: dpa

„Viele wollen sich gar nicht integrieren“, sagt Jens Spahn über Muslime. Der CDU-Politiker habe auf der Straße selbst negative Erfahrungen mit Macho-Gehabe gemacht.

          2 Min.

          CDU-Präsidiumsmitglied Jens Spahn fordert mit Blick auf Integrationsprobleme von Muslimen ein deutlicheres Auftreten der übrigen Bevölkerung. Hier gelte es, im Alltag „klare Ansagen“ zu machen und „unsere Werte“ zu verteidigen. Als problematisch bezeichnete Spahn in einem in der Zeitung „Die Welt“ veröffentlichten Streitgespräch mit dem Linke-Bundestagsabgeordneten Gregor Gysi vor allem das Gebaren mancher junger muslimischer Männer.

          Dabei handle es sich um „eine Mischung aus Tradition, Kultur und Religion, wie etwa dieses ständige Machogehabe und sich trotzdem immer als Opfer sehen oder die Ehre der Familie, die über allem steht“. Gerade bei Migranten aus dem arabischen Raum sei Integration zu oft nicht gelungen, so Spahn. „Zu viele wollen sich auch gar nicht integrieren.“ Als Homosexueller habe er, etwa in Berlin und Mannheim, Erfahrungen mit Pöbeleien durch diese Gruppe gemacht.

          „Gleichberechtigung wird relativiert“

          Der Staatssekretär im Bundesfinanzministerium warnte vor falsch verstandener Toleranz. Wenn es um Zwangsheirat, Schwimmunterricht für Mädchen oder die Rolle der Frau gehe, werde allzu oft lediglich um Verständnis für eine andere Kultur geworben. „So wird Gleichberechtigung schnell relativiert.“ Stattdessen müssten muslimische Gemeinden Antworten finden auf „ein paar berechtigte Fragen“, sagte Spahn. „Warum haben wir kaum Imame, die in Deutschland ausgebildet worden sind? Nicht ein Imam in meinem Wahlkreis spricht Deutsch.“

          Neue App Der TAG jetzt auch auf Android
          Neue App Der TAG jetzt auch auf Android

          Das neue Angebot für den klugen Überblick: Die wichtigsten Nachrichten und Kommentare der letzten 24 Stunden – aus der Redaktion der F.A.Z. – bereits über 100.000 mal heruntergeladen.

          Mehr erfahren

          Der frühere Linke-Fraktionschef Gysi warnte vor abstrakten Ängsten gegenüber dem Islam. „Da haben wir alle - Politik, Medien, Kunst, Wissenschaft - zu wenig getan, um diese abzubauen.“ Er forderte die Einstellung von „Integrationslehrern“: „Es kann ja sein, dass ein junger Mann aus einer anderen Kultur die Gleichberechtigung nicht versteht, aber wir müssen sie ihm beibringen.“

          „Viele sind Analphabeten“

          Spahn verteidigte die geplanten Ein-Euro-Arbeitsgelegenheiten für Flüchtlinge: „Anders als anfangs behauptet sind viele Flüchtlinge keine Ärzte oder Ingenieure. Viele sind Analphabeten und ohne jeden Abschluss. Wie sollte es auch anders sein bei 20-Jährigen, die aus einem Land kommen, in dem seit Jahren Krieg herrscht.“ Gysi forderte dagegen, Flüchtlinge „fair“ zu bezahlen, mindestens mit dem gesetzlichen Mindestlohn: „Wenn ich die jungen Leute gleich verschleiße, in Ein-Euro-Jobs schicke, auf Ausbildung verzichte, dann hat das alles später Konsequenzen.“

          Mit Blick auf die Forderung von Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) nach einer staatlichen Überwachung von Moscheen sagte Gysi: „Was ich verstehen kann, ist, dass wir Hasspredigten nicht wollen. Ansonsten müssen wir die Glaubensfreiheit garantieren, in der Kirche genauso wie in der Moschee.“ Dauerhafte Überwachung könne keine Lösung sein.

          Weitere Themen

          Vereinigte Staaten und Mexiko auf Kuschelkurs Video-Seite öffnen

          Obrador in Washington : Vereinigte Staaten und Mexiko auf Kuschelkurs

          Mexikaner sind allesamt kriminell und Vergewaltiger? Beim Besuch des mexikanischen Staatschefs Andrés Manuel López Obrador in Washington war von Präsident Donald Trump nichts Ähnliches zu hören. „Wir haben ein herausragendes Verhältnis“, sagte Trump.

          Schaltet Dresden das Internet ab?

          Lokalposse : Schaltet Dresden das Internet ab?

          Wie es die Partei „Die Partei“ in Dresden unter Mithilfe etablierter Politiker abermals schafft, die Kommunalpolitik lächerlich zu machen.

          Topmeldungen

          Bundesinnenminister Horst Seehofer und Verfassungsschutz-Präsident Thomas Haldenwang stellen den Verfassungsschutzbericht 2019 vor

          Rechtsextremismus : „Das ist eine Schande für unser Land“

          Der aktuelle Verfassungsschutzbericht zeichnet ein klares Bild: Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus seien weiter die größte Bedrohung für die Sicherheit in Deutschland, erklärt Innenminister Seehofer. „Wir müssen weiterhin wachsam und wehrhaft sein.“
          Der Dresdner Stadtteil Neustadt

          Lokalposse : Schaltet Dresden das Internet ab?

          Wie es die Partei „Die Partei“ in Dresden unter Mithilfe etablierter Politiker abermals schafft, die Kommunalpolitik lächerlich zu machen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.