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Vergewaltigung in Freiburg : Integrationsbeauftragte fordert Sexualaufklärung für Asylbewerber

  • Aktualisiert am

Integrationsbeauftragte, Annette Widmann-Mauz (CDU), während einer Pressekonferenz zum Integrationsbarometer Mitte September in Berlin. Bild: dpa

Nach dem Vergewaltigungsfall von Freiburg sieht die Integrationsbeauftragte Widmann-Mauz Handlungsbedarf. Die CDU-Politikerin will Asylbewerber zu Kursen über Sexualität und Gleichberechtigung verpflichten.

          Als Konsequenz aus der mutmaßlichen Vergewaltigung einer jungen Frau in Freiburg durch mehrere Asylbewerber fordert die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz (CDU), eine umfassende Sexualaufklärung von Asylbewerbern in Deutschland. „Alle Asylsuchenden müssen unmittelbar nach ihrer Ankunft in Deutschland, noch in der Erstaufnahmeeinrichtung, Wegweiserkurse über das Zusammenleben in Deutschland erhalten – und dazu gehört auch, dass es für sexuellen Missbrauch und andere Gewalttaten null Toleranz gibt“, sagte die CDU-Politikerin dem „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ (Donnerstag).

          Gezielt Männer ansprechen

          „Schon länger hier lebende Männer müssen mit neu zugewanderten Männern unmissverständlich darüber reden, wie Sexualität und Gleichberechtigung in Deutschland gelebt werden – wenn nötig auch in ihrer Muttersprache“, betonte Widmann-Mauz. Deshalb unterstütze sie Projekte für Gewaltprävention, die gezielt männliche Mentoren ausbilden.

          Zudem sprach sich Widmann-Mauz für eine rasche Bestrafung der mutmaßlichen Täter in Freiburg aus. „Die Täter müssen vor Gericht gestellt und hart bestraft werden“, sagte sie. „Wir haben es mit einem abscheulichen Verbrechen zu tun. Wer in unser Land kommt und solche Straftaten begeht, muss ausgewiesen werden.“

          Pro Asyl: Integration ist beste Prävention

          Die Menschenrechtsorganisation Pro Asyl hat sich skeptisch zu der Forderung geäußert. „Man lernt Werte und Normen besser im Alltag als im Unterricht“, sagte Geschäftsführer Günter Burkhardt der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Freitag). „Sprachkurse, möglichst viele Kontakte mit Ehrenamtlichen, Förderung in der Schule und eine Öffnung des Arbeitsmarktes – das ist die beste Integration und die beste Prävention.“

          Burkhardt warnte außerdem davor, Asylbewerber in sogenannten Ankerzentren oder anderen großen Unterkünften zu isolieren.„Isolierung fördert das Gewaltklima“, sagte er, betonte aber zugleich, dies sei keine Entschuldigung für Verbrechen wie Vergewaltigungen oder Mord. „Auch unter Flüchtlingen gibt es Verbrecher. Sie gehören hinter Gitter. Tausende von Flüchtlingen in Deutschland sind entsetzt über solche Gewalttaten und fürchten, unter Generalverdacht zu geraten.“

          In Freiburg war eine 18 Jahre alte Frau in der Nacht zum 14. Oktober mutmaßlich von mehreren Männern vergewaltigt worden. Acht Tatverdächtige wurden laut Polizei festgenommen, es handelt sich um sieben Syrer im Alter zwischen 19 und 29 Jahren sowie einen 25-jährigen Deutschen.

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