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Integration : Mannheim bekommt muslimische Kita

In Mainz gibt es schon eine muslimische Kita (Bild von 2009) Bild: ddp

Heute wird Mannheims muslimische Kita eröffnet - die erste in Deutschland, die sich mit einer städtischen Krippe Räume teilt. Die Stadt spricht von einem „interkulturellen Pilotprojekt“.

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          Die Neckarstadt-West in Mannheim ist das, was man salopp ein „Multikulti-Quartier“nennen könnte. Sechzig Prozent der Einwohner des Stadtteils stammen aus Einwandererfamilien. Von den Einwohnern, die jünger sind als 21 Jahre, kommen sogar 75 Prozent aus Migrantenfamilien. Vor einem Monat besuchte Bundespräsident Gauck die Neckarstadt-West, um sich über den Stand der Integration dort zu informieren. Zu den größten Problemen solcher Einwandererstadtteile gehören die mangelnden Bildungserfolge und die schlechten Deutschkenntnisse der Einwandererkinder.

          Rüdiger Soldt

          Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

          An diesem Mittwoch wird in der Neckarstadt-West nun die muslimische Kita „Tulpengarten“ eröffnet. In Karlsruhe, Mainz und Berlin gibt es schon muslimische Kindergärten. Die Mannheimer Kita ist die erste in Deutschland, die sich mit einer städtischen Kinderkrippe Außengelände und Räumlichkeiten teilt. Die Stadt spricht von einem „interkulturellen Pilotprojekt“.

          Sprache: Deutsch

          „Es geht darum, muslimische Eltern abzuholen, die ihre Kinder nicht in einen deutschen Kindergarten schicken, weil sie Angst haben, dass dort religiöse Vorschriften missachtet werden“, sagt Pina Karacimar von der Stadt Mannheim. Elternarbeit und Sprachförderung sollen helfen, dass aus Kindergartenkindern gute Grundschüler werden. Muslimischer Kindergarten und deutsche Kinderkrippe sollen kooperieren. Vierzig Plätze und zwei Gruppen soll der neue Kindergarten haben. Die muslimischen Erzieherinnen sollen Deutsch mit den Kindern sprechen.

          Oberbürgermeister Peter Kurz (SPD) sieht in dem muslimischen Kindergarten eine „Chance zur Vertrauensbildung“. Das sehen in Mannheim nicht alle so; vor allem von CDU-Kommunalpolitikern ist kritisiert worden, dass mit dem „Tulpengarten“ die Herausbildung von Parallelgesellschaften gefördert werden könne. Der Trägerverein des Kindergartens ist Mitglied der staatlichen türkischen Religionsbehörde Ditib. Deshalb soll ein „überkonfessioneller Beirat“, in dem Wissenschaftler, Vertreter der Kirchen und Kommunalpolitiker sitzen, die Arbeit im „Tulpengarten“ kontrollieren.

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