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Integration : Wenn die Vielfalt einfach zu vielfältig wird

Neckarstadt West: Links der letzte Erinnerungsort an die alte Welt des proletarischen Viertel, das Café Wissenbach Bild: Wiesinger, Ricardo

In Mannheim ist zu besichtigen, wie eine Einwanderungsgesellschaft funktioniert. Oder auch nicht funktioniert. Denn es gibt Viertel, die sich entwickelt haben und blühen, und andere, in denen es kaum noch Gemeinsinn gibt.

          10 Min.

          Der Mercedes-Stern auf dem Hochhaus am Mannheimer Parkring ist bald Geschichte. Seit 1960 warb er für Mercedes-Benz, erinnerte an die Gründung des Unternehmens durch Carl Benz. Schon bald soll auf dem Dachgeschoss nicht mehr der Stern strahlen, sondern das Logo von „Suntat“, einem international agierenden Großhändler für türkische Lebensmittel. „Suntat“ heißt „Sonnengeschmack“. Fast nichts könnte besser zeigen, wie sich Mannheim von der deutschen Malocherstadt zur multiethnischen Metropole entwickelt – mit allen Chancen und Problemen.

          Rüdiger Soldt

          Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

          Der Gründer des Unternehmens Suntat ist Mustafa Baklan. Er zieht sich langsam aus seinem Unternehmen zurück und empfängt nicht in seiner Firmenzentrale, einem Glaspalast im Stadtteil Neckarau, sondern am Bahnhof im kleinen Büro des von ihm gegründeten „Deutsch-Türkischen Instituts“ (DTI). Baklan, 61 Jahre alt, ist Millionär und wird von der Stadt gern als erfolgreicher und vorbildlich integrierter Mannheimer Unternehmer herumgereicht. Die Leitfarben seines Instituts sind Schwarz-Rot-Gold. Eine türkische Fahne oder Erdogan-Bilder gibt es nicht in dem kargen Büro.

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