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Probleme von Flüchtlingen : Ein Freund, ein deutscher Freund

Helfende Hand: Die Syrerin Hajar bei ihrer Arbeit in einem Seniorenheim in Regensburg Bild: Jan Roeder

In ihrem Ringen um ein neues Leben haben Flüchtlinge ständig mit Rückschlägen zu kämpfen – aber auch mit Einsamkeit. Erfolg haben jene, denen Ehrenamtliche ihre Netzwerke öffnen.

          9 Min.

          Hajar weiß selbst, dass sie ein krasser Fall ist. „Du hast kein Herz“ oder „Du bist eine schlechte Mutter“ – solche Sätze muss sich die 28 Jahre alte Syrerin häufig anhören. Denn Hajar hat bei ihrer Flucht nach Deutschland ihre drei Kinder und ihren Mann in Saudi-Arabien zurückgelassen. Drei Jahre ist das her. Drei Jahre ohne Berührung, ohne Umarmung. Stattdessen Videotelefonie über das Internet, täglich zwei Stunden lang.

          Reinhard Bingener
          Politischer Korrespondent für Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Bremen mit Sitz in Hannover.

          Hajar liest ihren Kindern, die inzwischen neun, sieben und vier Jahre alt sind, aus Büchern vor, lernt mit ihnen das Rechnen. Und manchmal fragt Hajar ihr ältestes Kind, ob sie aufgeben und Deutschland verlassen soll. „Wir haben Geduld, Mama“, antworte der Sohn dann. „Er weiß, um was es geht.“ Es geht darum, die Flucht der Familie irgendwann zu einem guten Abschluss zu führen. Einem guten Leben in Deutschland oder, was allerdings auf lange Sicht unwahrscheinlich ist, eine Rückkehr in ein befriedetes Syrien.

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