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Integrationsgipfel : Özoguz: Türken werden auch mit Einser-Abitur abgelehnt

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Geringere Chancen schon durch den Namen: Einwandererkinder in Deutschland Bild: dpa

Bewerber mit türkischem oder arabischem Namen haben es noch immer schwerer als Bewerber mit deutschem Namen, einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Das kritisierte die Integrationsbeauftragte Özoguz kurz vor dem Integrationsgipfel.

          Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz (SPD), hat einen besseren Zugang für Jugendliche aus Einwandererfamilien zum deutschen Ausbildungsmarkt gefordert. Vor allem für Bewerber mit türkischem oder arabischem Namen sei es nach wie vor besonders schwierig, eine Lehrstelle zu bekommen, sagte Özoguz am Montag vor Beginn des siebten Integrationsgipfels im Kanzleramt dem Rundfunksender NDR Info. Diese würden selbst dann „aussortiert, wenn sie ein 1,9-Abitur haben“.

          Einerseits liege dies an den aktuellen Konflikten in der Welt, sagte Özoguz weiter. Andererseits hätten beispielsweise viele türkische Eltern, die als Gastarbeiter ins Land gekommen seien, ihre Kinder im deutschen Bildungssystem nicht ausreichend unterstützen können.

          Merkel: Noch nicht so gut wie gewünscht

          Jugendliche aus Einwandererfamilien müssten daher nach der Schule stärker betreut werden, forderte Özoguz. Ihnen müsse ebenso wie ihren Familien vermittelt werden, welche Bedeutung eine Ausbildung in Deutschland habe und welche Möglichkeiten ihnen dafür offenstünden. „Jeder junge Mensch in unserem Land braucht eine Ausbildung“, sagte Özoguz. Dies sei wichtig für die Jugendlichen selbst, liege aber auch im Interesse der gesamten Gesellschaft.

          Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte ebenfalls am Montag, sie wolle die Berufsberatung junger Leute aus Einwandererfamilien verbessern. Auch der Bund müsse mehr dafür tun, dass Jugendliche intensiver über Ausbildungsoptionen informiert würden, sagte Merkel am Morgen beim Besuch in einem Berliner Ausbildungsbetrieb. Alle jungen Leute müssten die Chance auf eine vernünftige Ausbildung haben. „Das ist noch nicht so, wie wir uns das wünschen. Deshalb müssen wir weiterarbeiten“, sagte Merkel.

          Anlass für den Besuch im Ausbildungszentrum der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) war der anschließende Integrationsgipfel im Kanzleramt, auf dem Vertreter von Bund, Ländern, Wirtschaft, Gewerkschaften und Migrantenorganisationen in diesem Jahr über die Ausbildung junger Leute aus Einwandererfamilien beraten wollten.

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