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Debatte um Zusammenhalt : Warum Heimatverlust die Menschen so umtreibt

  • -Aktualisiert am

„What the fuck is heimat?“ Kunstwerk von Stefan Strumbel im Museum beim Markt in Karlsruhe (Archiv) Bild: dpa

Der Staat muss eine stärkere Rolle spielen und die Heimat der Menschen verteidigen. Auch in der Integration. Ein Gastbeitrag.

          13 Min.

          Seit einigen Wochen streitet die Republik um Begriffe, die vielen längst überholt erschienen waren: Zusammenhalt und Zusammengehörigkeit, Heimat und Identität. Auslöser war das Ergebnis der Bundestagswahl im September 2017, in dem die tiefe Verunsicherung von Millionen von Wählern und Wählerinnen zu spüren war. Wir würden nicht über Zusammenhalt, wir würden nicht über Heimat, wir würden nicht über das Bedürfnis nach Gemeinschaft und die Bewahrung kultureller Identitäten sprechen, wenn es nicht eine tiefe und spürbare Verunsicherung über die mannigfaltigen Folgen einer nun seit dem Ende des Kalten Krieges sich vollziehenden und Globalisierung genannten Entgrenzung aller Lebensverhältnisse gäbe. Eine Entgrenzung, deren gesellschaftliche Folgen alle westlichen Gesellschaften erfasst und zu politischen Verwerfungen geführt haben.

          Das Projekt der Globalisierung, das sich in den wirtschaftlichen Eliten im wahrsten Sinne des Wortes positiv ausgezahlt hat, ist zum überragenden politischen Problem der kleinen Leute geworden. Den immensen wirtschaftlichen Vorteilen einiger weniger stehen mehr denn je tägliche Verunsicherungen und Ängste von Millionen von der Globalisierung Betroffener gegenüber. Dies ist die Ausgangssituation der großen Koalition von CDU/CSU und SPD, die deswegen im Titel des Koalitionsvertrages die Forderung nach einem neuen Zusammenhalt erhebt. Zusammenhalt ist damit eine der wichtigsten Antworten auf das Votum der Wähler. Alltagsprobleme der Menschen anzupacken und für Zusammenhalt und gleichwertige Lebensverhältnisse in einer immer unübersichtlicheren Lebenswirklichkeit zu sorgen, das ist das Kernanliegen deutscher Innenpolitik.

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