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Innenminister Friedrich : Streit über Islam in Deutschland

Friedrich wiederholte mit seiner Bemerkung seinen Einspruch zu Äußerungen des Bundespräsidenten Wulff Bild: dapd

„Dass der Islam zu Deutschland gehört, ist eine Tatsache, die sich auch aus der Historie nirgends belegen lässt“ - diese Äußerung des neuen Innenministers Friedrich (CSU) ist bei FDP, SPD und Grünen auf starke Kritik gestoßen.

          Die Bemerkungen des neuen Innenminister Friedrich (CSU) zum Islam, der nicht Teil der deutschen Kultur sei, ist bei FDP und SPD und Grünen auf teils empörten Widerstand gestoßen. „Der Islam gehört selbstverständlich zu Deutschland“, sagte Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Der FDP-Innenpolitiker Wolf sagte: „Der Islam ist seit mehreren Generationen ein realer Teil Deutschlands. Wenn der neue Bundesinnenminister Friedrich erklärt, aus der Geschichte lasse sich die Zugehörigkeit des Islams zu Deutschland nicht belegen, meine ich: Beschäftigen wir uns lieber mit der Gegenwart!“

          Peter Carstens

          Politischer Korrespondent in Berlin

          Der SPD-Politiker Wiefelspütz nannte Friedrichs Äußerungen „Blödsinn“. Friedrich beginne „sein Amt mit einer völligen Fehleinschätzung“ und rede „groben Unfug“. Friedrich möge, äußerte Wiefelspütz, „die Scheuklappen ablegen und sich mit der Wirklichkeit unseres Landes auseinandersetzen.“ Er hoffe es bleibe „bei dieser einmaligen Fehlleistung“. Der Grünen-Politiker Kilic teilte in einer Pressemitteilung seine Auffassung mit: Friedrich eigne sich „mit seiner Art vielmehr für einen Feldwebel als für einen Innenminister“. Wenn Friedrich glaube, der Islam gehöre nicht zu Deutschland, müsse er erklären, „ob er zu unserer Galaxie gehört“.

          „M it Kreativität und Engagement“

          Friedrich hatte am Donnerstag gesagt: „Dass der Islam zu Deutschland gehört, ist eine Tatsache, die sich auch aus der Historie nirgends belegen lässt.“ Er wiederholte damit seinen Einspruch zu Äußerungen des Bundespräsidenten Wulff, der im vergangenen Jahr gesagt hat: „Der Islam gehört inzwischen auch zu Deutschland.“

          Regierungssprecher Seibert erläutere am Freitag auf Nachfrage: „Da wird ein Gegensatz in Äußerungen des Bundespräsidenten und des neuen Innenministers hineingedeutet, den es so gar nicht gibt.“ Inzwischen sei der Islam „ein Teil unserer Gegenwart. Und ich kann nicht entdecken, dass das gestern in Abrede gestellt worden wäre“. Er sei überzeugt, so der Regierungssprecher, dass der neue Bundesinnenminister Friedrich die Islamkonferenz „mit Kreativität und Engagement“ vorantreiben werde.

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