https://www.faz.net/-gpf-a0kyz

Sexuelle Gewalt gegen Kinder : Den Schutz verbessern!

Nur mit Vorratsdatenspeicherung: Bei den digitale Spuren ansetzen. Bild: dpa

Den Netzaktivisten und ihren Mitläufern sei´s gesagt: Wer eine rechtskonforme Vorratsdatenspeicherung verhindern will, der leistet sexueller Gewalt gegen Kinder Vorschub.

          1 Min.

          Es ist gut, dass sich Bund und Länder nicht länger elementaren Erfordernissen zum Schutz von Kindern vor sexueller Gewalt verschließen: Das gilt für die Novellierung des Paragraphen 176 StGB, um Kindesmissbrauch (was für ein verharmlosender Begriff!) nicht mehr als Vergehen, sondern als Verbrechen zu ahnden, und das gilt für die rechtssichere Verpflichtung von Telekommunikationsunternehmen, Verbindungsdaten und IP-Adressen zu speichern.

          Diese Vorratsdatenspeicherung wird seit Jahren von sogenannten Netzaktivisten und deren Mitläufern mit der Behauptung skandalisiert, durch anlasslose „Vollüberwachung“ werde die gesamte Bevölkerung zum Objekt missbrauchsanfälliger Überwachung, ohne dass sich für Strafverfolgungsbehörden ein Mehrwert ergebe. Diese Behauptung ist nicht nur evident falsch, wie sich immer wieder an den digitalen Spuren pädokrimineller Aktivitäten zeigt, die die deutschen Sicherheitsbehörden etwa aus den Vereinigten Staaten erhalten (müssen).

          Im Kern aber ist der Popanz Vollüberwachung menschenverachtend. Nicht erst seit „Münster“ ist allen klar, die sich mit Kinderschutz befassen, dass das weltweite Netz keine einfache Tauschbörse für Dateien ist, auf denen zu sehen und zu hören ist, wie Kinder gefoltert werden. Mehr denn je schaffen die Möglichkeiten des Internets einen Anreiz, um Kinder zu foltern. Diesem System den Stecker zu ziehen ist keine Frage der Opportunität, sondern der Humanität.

          Daniel Deckers

          in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Bundeskanzlerin Angela  Merkel (CDU) bei der Stimmabgabe am Mittwoch im Bundestag

          Entscheidung im Bundestag : Endlich kommt die Notbremse

          Die detailverliebte Kritik an der Bundes-Notbremse greift zu kurz. Das jetzt beschlossene Gesetz bringt politisch endlich Klarheit im Land. Das Wichtigste aber ist, und man wünscht es ihr, dass sie auch wirkt.
          Heiteres Genie des Heldentums: Alexej Nawalnyj im Moskauer Anklagekäfig

          Nawalnyj im Hungerstreik : Ein Skelett mit Humor

          Der inhaftierte russische Oppositionelle Alexej Nawalnyj wird für seinen Witz und Mut von vielen Landsleuten bewundert. Bei einigen regt sich aber auch Neid. Jetzt haben sich russische Bürger seinem Hungerstreik angeschlossen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.