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Umgang mit dem Wolf : Macht hoch den Zaun

  • -Aktualisiert am

Mindestens 90 Zentimeter hoch sollte ein Zaun zum Schutz einer Schafsherde nach Angaben der Initiative sein. Bild: dpa

Eine Initiative von elf Tier- und Naturschutzverbänden will Herden vor allem mit Zäunen besser gegen Wölfe schützen. Sie macht aber auch Vorschläge, wann deren Abschuss erlaubt sein soll.

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          Die Fronten im Streit über den richtigen Umgang mit der zunehmenden Zahl von Wölfen in Deutschland verhärten sich. Nachdem das Bundeskabinett im Mai einen Gesetzentwurf beschlossen hatte, der die sogenannte Entnahme – also das Abschießen – von Wölfen gegenüber den bisherigen Vorschriften erleichtert, stellten am Mittwoch in Berlin elf Organisationen des Natur- und Tierschutzes, der Landwirtschaft und Nutztierhaltung eine gemeinsame, detaillierte Empfehlung für einen „bundeseinheitlichen Herdenschutz“ vor.

          Eckart Lohse

          Leiter der Parlamentsredaktion in Berlin.

          In einer Pressekonferenz, an der unter anderem der Naturschutzbund Deutschland (Nabu), der WWF, der Ökologische Jagdverband und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (Bund) teilnahmen, wurde gemahnt, dass der Abschuss von Wölfen nicht den Schutz der Herden ersetzen könne. Kritisiert wurde von den Verbänden vor allem die Linie der CDU. Das Thema Wolf werde genutzt, um die Konfrontation zwischen Naturschutz und Landnutzung „in alten Mustern“ weiter zu betreiben, kritisierte der Nabu-Präsident Olaf Tschimpke. Gerichtet an die Bundeslandwirtschaftsministerin und stellvertretende CDU-Vorsitzende Julia Klöckner sagte Tschimpke, diese „verstärkt die Spaltung“.

          Der Unmut der versammelten Verbände richtete sich auch gegen die stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag Gitta Connemann (CDU). Sie hatte wenige Stunden vor der Präsentation der Initiative der elf Verbände der Deutschen Presseagentur gesagt, der Abschuss von Wölfen müsse einfacher werden. Die Forderung nach „wolfsfreien Zonen“ bleibe auf der Tagesordnung. In dicht besiedelten und wirtschaftlich genutzten Gebieten sei ein konfliktfreies Zusammenleben mit dem Wolf nicht möglich. „Für Wolfsromantik hat dort niemand Verständnis.“ Olaf Bandt, Bundesgeschäftsführer Politik und Kommunikation des Bund, bezeichnete Connemanns Äußerungen als „Ohrfeige für unsere Initiative“.

          Zäune unter Spannung

          Die elf Vereinigungen fordern die Bundesregierung auf, eine einheitliche „Rahmenregelung“ für den Umgang mit dem Wolf, also den Schutz von Herden und das Töten von Wölfen, zu beschließen. Diese solle dann von den Ländern umgesetzt werden. Zudem wollen die Vereinigungen, dass die höheren Sach- und Personalkosten, die möglicherweise von durch Wolfsangriffen bedrohten Tierhaltern entstehen, „zu hundert Prozent über staatliche Beihilfen finanziert werden“. Schadensausgleich „für die Folgen von Übergriffen auf Nutztiere in Regionen mit nachgewiesener Wolfspräsenz“ sollte durch die Länder bezahlt werden, „wenn ein Betrieb den empfohlenen Standardschutz umgesetzt hat und ein Wolf als Verursacher nicht ausgeschlossen ist“.

          Die Organisationen machen exakte Vorschläge, wie Schutzzäune beschaffen sein sollten. So soll etwa der „Standardschutz“ für Schafe und Ziegen ein mindestens 90 Zentimeter hoher Zaun mit „mindestens vier stromführenden Litzen“ sein oder aus Elektronetzen bestehen. Die Mindestspannung soll 2500 Volt betragen. Gatterwild soll sogar mit 180 Zentimeter hohen Zäunen geschützt werden. Als „erhöhter Schutz“ sind für Schafe und Ziegen 120 Zentimeter hohe Zäune vorgesehen.

          Abgeschossen werden darf nach Vorstellung der elf Initiativen ein Wolf dann, wenn er einen erhöhten Schutzzaun einmal überwunden hat, oder wenn er eine Herde angreift, die von einem Hund geschützt wird. Allerdings soll der Abschuss eine Einzelfallentscheidung bleiben. Das von der Bundesregierung formulierte Gesetz sieht dagegen vor, dass nach einem Übergriff von Wölfen diese auch dann entnommen werden dürfen, wenn unklar ist, welches Tier des Rudels beteiligt war. „Bis zum Ausbleiben von Schäden“, heißt es in dem Gesetzentwurf. Der Beschluss durch den Bundestag steht noch aus. 

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