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Rot-Grün in Hamburg : Hamburger Dreiklang

Viel Grün, kaum Rot - aber nur außen: Das Hamburger Rathaus Bild: dpa

„Vor Corona“ wurde in Hamburg gewählt, jetzt ist der Koalitionsvertrag fertig. Bleibt Rot-Grün auch in der Krise in der Erfolgsspur?

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          Es war kurz „vor Corona“, als SPD und Grüne in Hamburg von einer bundesweit einmaligen Woge der Zustimmung in eine neue Legislaturperiode getragen wurden. 2018 hatte Olaf Scholz bei seinem Verzicht auf das Amt des Ersten Bürgermeisters seinem Nachfolger Peter Tschentscher eine Stadt hinterlassen, die sich an wirtschaftlicher Dynamik, ökologischer Modernisierung und gesellschaftlichem Ausgleich von keiner anderen Großstadt übertreffen ließ.

          Tschentscher wie auch die SPD-Landesvorsitzende Melanie Leonhard wussten dieses Erbe durch Geschlossenheit und Klugheit zu nutzen. Während die SPD im Bund in demoskopische Abgründe schaute, hielten die Sozialdemokraten sogar die Grünen, die vor Kraft kaum noch laufen konnten, auf sicherer Distanz.

          Nun, inmitten der Corona-Pandemie mit ihren unabsehbaren Folgen für die von der Globalisierung abhängige Wirtschaft des Stadtstaates, hat sich der gefühlte Abstand zwischen beiden Parteien nochmals vergrößert: Die personellen Zugeständnisse der SPD an die Grünen sind ebenso überschaubar wie die politischen.

          Das muss beiden Seiten nicht zum Nachteil gereichen – wenn sie denn zeigen können, dass der Hamburger Dreiklang aus Ökonomie, Ökologie und Solidarität auch „nach Corona“ funktioniert. Nur dürfte Rot-Grün über den Stadtstaat hinaus weiterhin kaum Strahlkraft entfalten. An den Grünen liegt das nicht. Es ist die Bundes-SPD, die von Hamburg nichts lernt, weder inhaltlich noch strategisch.

          Daniel Deckers

          in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

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