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Hirzenhain in Osthessen : Das Dorf, in dem die AfD stärkste Kraft ist

Hirzenhain, aufgenommen im Oktober 2018. Bild: Tobias Schrörs

Warum in einem hessischen Dorf beinahe jeder vierte Bürger die AfD gewählt hat – und daran nicht nur die große Koalition schuld ist. Ein Ortsbesuch.

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          Hirzenhain ist auf den ersten Blick ein ganz normales Dorf, umgeben von Wäldern und Wiesen liegt es an einem kleinen Fluss im osthessischen Wetteraukreis, eine gute Autostunde nordöstlich von Frankfurt. Zwischen der alten Wallfahrtskirche, der freiwilligen Feuerwehr und dem Edeka-Markt nimmt das Landleben seinen Lauf. Daneben steht ein Gebäude aus Backstein, es ist das alte Eisengusswerk.

          Von seinem Schreibtisch aus kann Timo Tichai die verlassene Werkshalle sehen. Der 35 Jahre alte Bürgermeister ist eben erst von einer Versammlung mit seinen Amtskollegen in sein Büro zurückgekehrt. Er holt schnell noch frischen Kaffee aus dem Nebenzimmer und setzt sich an seinen Schreibtisch. Bei der Landtagswahl hat die rechtspopulistische AfD landesweit 13,1 Prozent der Zweitstimmen bekommen, in Hirzenhain, wo gerade einmal 2900 Menschen wohnen, waren es 23,3 Prozent, damit ist die Partei in der Gemeinde stärkste Kraft.

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