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SPD : Eine Partei dankt ab

Größe in Demut: Kanzler Willy Brandt (SPD) kniet am 07.12.1970 vor dem Mahnmal im einstigen jüdischen Ghetto in Warschau Bild: dpa

In der Vergangenheit stellte die SPD Kanzler und Vorsitzende. Sie waren Staatsmänner. Das ist Geschichte.

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          Von den deutschen Sozialdemokraten darf die europäische Sozialdemokratie, die außer auf der Iberischen Halbinsel weitgehend darniederliegt, keine politische Auffrischung erwarten. Der Moral wird das designierte Führungsduo der SPD auch keinen Schub geben; eher ist es Tritt in die Kniekehle.

          Wenn das britische Experiment mit dem Altlinken Corbyn so ausgeht, wie die Umfragen es verheißen, dann wird die Trübnis sich nicht nur nicht verziehen, sondern sich noch verstärken. Selbst wenn die Wahl von nicht mehr als gut einem Drittel der SPD-Mitglieder zu respektieren ist, so muss man doch feststellen: Die Partei dankt ab, international gesehen, und beschränkt sich auf das kleinste linke Karo. Was ist nur aus dieser Partei geworden, die in Umfragen bei vierzehn, fünfzehn Prozent liegt? Es ist ein Trauerspiel.

          Von der designierten Führung Esken/Walter-Borjans sind keine ernsthaften Impulse zu erwarten, was die europäische und die internationale Politik betrifft. Und sollte sie wirklich darauf dringen, die große Koalition zu verlassen, hätten es Deutschlands Partner mit einem weiteren Ort großer Unsicherheit und Verunsicherung zu tun: Berlin!

          Und das ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, zu dem europäisch, atlantisch und international Vieles aus dem Lot ist und große Erwartungen an das Land gerichtet werden. In der Vergangenheit stellte die SPD Kanzler und Vorsitzende, die ein markantes Profil auch und gerade in den auswärtigen Belangen unseres Landes hatten. Sie waren Staatsmänner. Das ist Geschichte.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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