Ist der deutschsprachige Raum eine Hochburg der Impfgegner?
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Widerspenstige Berglandbewohner? Auf dem Münchner Viktualienmarkt werden immerhin Masken getragen. Bild: EPA
Die Impfquoten sind in Österreich und Deutschland viel niedriger als in Spanien oder Portugal. Wir haben zwei Historiker gefragt, warum die Impfgegner im Osten und in den Bergen wohnen, aber selten an den Küsten.
Auf den Heckklappen vieler Autos aus Deutschland, Österreich und der Schweiz fanden sich früher die ovalen Aufkleber mit den Nationalitätszeichen „D“, „A“ und „CH“. Die drei deutschsprachigen Länder werden daher auch als DACH-Länder bezeichnet. Im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie wird gegenwärtig die These diskutiert, dass die DACH-Länder ein besonderes Problem mit dem Impfen haben. Anlass für diese Debatte dürften die beängstigenden Infektionszahlen sein, die in Österreich zur Ankündigung einer Impfpflicht führten und auch im süddeutschen Raum die Krankenhäuser inzwischen an ihre Grenzen bringen.
Die Behauptung, im deutschsprachigen Raum gebe es „die meisten Impfmuffel“, beruht jedoch auf einer selektiven Wahrnehmung. Sie funktioniert lediglich, wenn man Sätze wie „im westeuropäischen Vergleich“ hinzufügt. Denn in den östlicheren Nationen liegen die Impfquoten meist nochmals deutlich niedriger. Blickt man auf eine Europakarte der Impfquoten, erkennt man ein stark ausgeprägtes West-Ost-Gefälle. Der deutschsprachige Raum nimmt dann nicht nur geografisch, sondern auch bezogen auf die Impfquote eher eine Mittelposition ein.
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