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Imam-Ausbildung in Deutschland : Religiöse Unterweisung in der Eifel

Bild: dpa

Die türkische Religionsbehörde Ditib verlegt einen Teil der Imamausbildung nach Deutschland und spricht von einer „historischen Entwicklung“. Deutsche Politiker sind zurückhaltender.

          3 Min.

          Es ist schon ziemlich lange her, dass sich ein Staatssekretär des Bundesinnenministeriums zu einer Veranstaltung der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (Ditib) hat einladen lassen. Die Ditib, der rund 900 Moscheegemeinden in Deutschland angehören, war viele Jahre lang ein bewährter und angesehener Kooperationspartner für Bund und Länder. Doch vor einigen Jahren begann das Misstrauen der deutschen Politik gegen die Ditib immer schneller zu wachsen. Bei der Ditib handelt es sich um eine Tochtergesellschaft der türkischen Religionsbehörde Diyanet, die wiederum dem türkischen Präsidenten unmittelbar untersteht. Die Ditib lässt sich also auch als politisches Instrument einsetzen. Und das geschah zuletzt immer unverblümter.

          Reiner Burger
          (reb.), Politik

          Den Tiefpunkt markierte die Spitzelaffäre: Im Herbst 2016 war bekannt geworden, dass mehr als ein Dutzend der vom türkischen Staat bezahlten Imame in Deutschland Informationen über angebliche oder tatsächliche Anhänger der Gülen-Bewegung nach Ankara geliefert hatten. Die Bundesländer reduzierten daraufhin ihre Zusammenarbeit etwa beim Thema Religionsunterricht oder bei der Anti-Extremismusarbeit mit der Ditib drastisch oder stellen sie komplett ein. Allenthalben hieß es seither: Bevor die Ditib wieder als Kooperationspartnerin in Frage komme, müsse sie beginnen, sich vom türkischen Staat abzunabeln. Noch wichtiger sei, dass die Ditib endlich beginne, ihre Imame in Deutschland auszubilden.

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