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Imam-Ausbildung : Immer heikleres Terrain

Ein Imam betet in einer Moschee in Hamburg. Bild: dpa

Statt einer klareren Trennung zwischen dem Staat und den Religionsgemeinschaften ist es im Fall des Islams genau umgekehrt: Die Grenzen werden immer fließender.

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          Der Aufbau einer staatlich finanzierten Imam-Ausbildung ist die logische Fortsetzung der neueren deutschen Religionspolitik. Seit dem Scheitern der lange gepflegten Zusammenarbeit mit der DITIB, dem deutschen Arm der türkischen Religionsbehörde, werden in Deutschland Schritt für Schritt die Grundlagen für einen eigenständigeren Islam aufgebaut.

          Am Anfang standen die Institute für islamische Theologie an einigen Universitäten. Nun folgt eine Einrichtung für die berufliche Ausbildung ihrer Absolventen. Der dritte Schritt dürfte darin bestehen, die berufliche Perspektive der ausgebildeten Imame finanziell abzusichern. Denn die islamischen Verbände, die sich zur Kooperation bereitfinden, werden dafür noch auf längere Sicht zu schwach sein.

          Mit jedem weiteren Schritt geraten die staatlichen Stellen allerdings auf immer heikleres Terrain. Denn statt zu einer klareren Trennung zwischen dem Staat und den Religionsgemeinschaften kommt es im Fall des Islams zu einer immer stärkeren Vermischung. Die religiös-weltanschauliche Neutralität des Staates wird dadurch bis an die Grenze strapaziert. Der eingeschlagene Weg einer an Bedingungen geknüpften staatlichen Hilfestellung ist gleichwohl richtig. Denn es ist nicht absehbar, in welche Richtung sich die Türkei und andere islamisch geprägte Staaten langfristig entwickeln werden.

          Reinhard Bingener
          Politischer Korrespondent für Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Bremen mit Sitz in Hannover.

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