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Identitätspolitik der Grünen : „Indianerhäuptling“ sagt man nicht

Bald vorsichtiger? Bettina Jarasch (links), Spitzenkandidatin der Berliner Grünen, mit der Grünen Renate Künast Bild: dpa

Identitätspolitik ist den Grünen wichtig. Doch lassen sich damit Wähler jenseits der Kernklientel gewinnen? Manche in der Partei warnen schon davor, es zu übertreiben.

          4 Min.

          Bettina Jarasch, die Spitzenkandidatin der Berliner Grünen, wird über ihren Berufswunsch aus Kindertagen künftig nicht mehr sprechen. Auf dem digitalen Landesparteitag Ende März wollten die Zuschauer „etwas Persönliches“ von Jarasch erfahren: „Was wolltest Du werden, bevor Du Regierende Bürgermeisterin werden wolltest?“ Jaraschs Antwort wurde aus dem Video entfernt. Stattdessen erscheint ein Hinweis: „An dieser Stelle wurde im Gespräch ein Begriff benutzt, der herabwürdigend gegenüber Angehörigen indigener Bevölkerungsgruppen ist. Wir haben diesen Teil daher entfernt. Auch wir lernen ständig dazu, und wollen weiter daran arbeiten, unser eigenes Handeln und Sprechen auf diskriminierende Denkmuster zu hinterfragen.“

          Helene Bubrowski
          Politische Korrespondentin in Berlin.

          Jarasch selbst distanzierte sich noch am selben Tag von ihrer „unreflektierten Wortwahl“ und „unreflektierten Kindheitserinnerungen“. Auf die Frage nach ihren Berufswünschen als Kind hatte die 52 Jahre alte Politikerin „Indianerhäuptling“ gesagt und gelacht. Doch Delegierte empörten sich über die „koloniale Fremdbezeichnung“ und forderten eine Korrektur.

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