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Identitätspolitik : Junge Linke gegen alte Linke

Bild: F.A.S.

Was alte Linke über Minderheiten sagen, finden junge Linke rassistisch. Und was die Jungen sagen, galt bei den Alten früher als Vorstufe des Faschismus. Es geht ein tiefer Riss durch das linke Lager.

          7 Min.

          Früher wollten Linke die ganze Welt retten. Sie wollten die Arbeiterklasse aus den Fängen des Kapitalismus befreien. Die Frauen aus dem Patriarchat, die Homosexuellen von der Ungleichbehandlung, die Schwarzen von der Abwertung und die Behinderten von der Benachteiligung. Außerdem die Flüchtlinge, die Transsexuellen, die Obdachlosen, die weinenden Kinder in Vietnam und die hungernden Kaffeebauern in Guatemala. Die Linken sahen sich als die Gleichstellungsbeauftragten der Weltgeschichte und so nannten sie auch die Leute, die sich in Firmen und Behörden darum kümmern sollten, weil Gleichstellung ihr Ziel war. Alle Menschen waren gleich und sollten gleich behandelt werden.

          Justus Bender
          Redakteur in der Politik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Der Feind waren die Rechten, weil die Rechten einen Unterschied machen wollten zwischen den Männern und den Frauen, zwischen Ausländern und Deutschen, zwischen Schwulen und Heteros. Die Rechten warfen den Linken immer „Gleichmacherei“ vor. Die Linken hielten dem entgegen, was sie bei Immanuel Kant, Martin Luther King, Mahatma Gandhi, John Rawls oder Jürgen Habermas gelesen hatten.

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