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Projekt in Berlin : Synagoge, Kirche und Moschee unter einem Dach

Pfarrer Gregor Hohberg, Rabbiner Andreas Nachama und Iman Kadir Sanci unterhalten sich nach dem Abschluss von Vorarbeiten für das „House of One“ in Berlin im September 2019. Bild: dpa

In Berlin bauen Juden, Christen und Muslime ein gemeinsames Haus. In dem symbolträchtigen Gebäude wird es eine Synagoge, eine Kirche und eine Moschee geben. Jetzt steht die Grundsteinlegung an.

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          In Berlin-Mitte soll ein Bau entstehen, der eine Synagoge, eine Kirche und eine Moschee unter einem Dach vereint. Am  Donnerstag wird im Beisein von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble und Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller der Grundstein für das „House of One“ gelegt.

          Tobias Schrörs
          Politikredakteur.

          Das sogenannte Bet- und Lehrhaus wird errichtet auf den Fundamenten der einstigen Petrikirche, die Anfang der sechziger Jahre vom SED-Regime abgerissen wurde. Im Zentrum des Gebäudes wird ein Kuppelsaal stehen, der Synagoge, Kirche und Moschee miteinander verbindet. Der zentrale Raum soll für Lesungen, Konzerte, Diskussionen, „multireligiöse Friedensgebete“ und Feste für bis zu 300 Menschen dienen. Hinzu kommt ein Seminarraum im Untergeschoss. Im Jahr 2025 soll das Gebäude fertig sein.

          Das Projekt wird von einer Stiftung verantwortet und geht auf drei Berliner Gemeinden zurück: die Jüdische Gemeinde zu Berlin mit dem Abraham-Geiger-Kolleg, die Evangelische Kirchengemeinde St. Petri-St. Marien und den muslimischen Verein Forum Dialog. Pfarrer Gregor Hohberg vom Stiftungsrat sagte am Mittwoch, das Haus sei selbst Ausdruck einer pluraler gewordenen Gesellschaft. Man suche das offene Gespräch mit säkular lebenden Menschen und Angehörigen anderer Religionen.

          47 Millionen Euro Baukosten

          Die Kosten für den Bau belaufen sich nach Angaben der Stiftung auf gut 47 Millionen Euro. Vierzig Millionen Euro an Spenden und Zuwendungen seien schon eingegangen. Der Bund unterstützt das Haus mit zwanzig Millionen Euro, das Land Berlin mit zehn.

          In einer Charta schreiben die Gemeinden, sie beanspruchten nicht, ihre Religionen allein zu vertreten. Kritik gab es an der beteiligten muslimischen Gemeinde von Imam Kadir Sanci, weil diese der Gülen-Bewegung nahesteht. Der Imam möchte, dass in der neuen Moschee „eine zeitgemäße, werteorientierte Auslegung des Islams gelebt wird“. Rabbiner Andreas Nachama, der ebenso wie Sanci zum Stiftungsrat gehört, sagt: „Wir wissen, es geht immer nur um individuelle Aussagen.“ Aber das sei ein Anfang. Man habe sich daran gewöhnt, dass es unterschiedliche christliche Stimmen gebe, so der Rabbiner. Das müsse man auf andere Religionen übertragen. Einen katholischen Kirchenraum gibt es nicht in dem Haus. Der Berliner Erzbischof Heiner Koch gehört aber dem Kuratorium der Stiftung an.

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