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Seehofer als Minister? : „Das ist nicht Teil meiner Lebensplanung“

  • Aktualisiert am

Will die frische Luft genießen: Horst Seehofer vergangene Woche in München. Bild: Reuters

Horst Seehofer will offenbar nicht Minister in der neuen Bundesregierung werden. In einem Interview erklärt Bayerns scheidender Ministerpräsident, dass er loslassen könne – und was sonst seine Pläne sind.

          CSU-Chef Horst Seehofer strebt offenbar keinen Ministerposten in Berlin an. „Das ist nicht unbedingt Teil meiner Lebensplanung“, sagte Seehofer dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. Er wolle einen Beitrag dazu leisten, dass in Berlin eine neue Regierung zustande kommt. Was danach komme, könne er nicht sagen. „Ich habe die Erneuerung der CSU eingeleitet“, sagte der bayerische Ministerpräsident. „Mich drängt es nicht mehr in Ämter. Ich will nicht ewig den Libero spielen. Ich kann auch loslassen.“

          Nach einem wochenlangen Machtkampf hatte sich die CSU-Spitze am Montag darauf verständigt, dass der bisherige Landesfinanzminister Markus Söder Anfang kommenden Jahres neuer bayerischer Ministerpräsident wird. Seehofer soll aber Parteichef bleiben.

          „Mir fällt schon was ein“

          Er glaube nicht, dass er nach einem Rückzug aus der Politik in ein Loch falle, sagte Seehofer in dem „Spiegel“-Interview. „Ich habe viele Hobbys, und es ist herrlich, wenn man die Natur nicht immer nur aus dem Autofenster heraus sieht, sondern mit einem Motorroller oder E-Bike die frische Luft genießt. Mir fällt schon etwas ein.“

          Unterdessen wollte offenbar auch der CSU-Europapolitiker Manfred Weber neuer CSU-Chef werden. Der stellvertretende Parteivorsitzende erklärte nach Informationen des „Spiegel“ auf einer vertraulichen Sitzung in der Münchner Staatskanzlei am 27. November, er sei bereit, auf dem Parteitag Mitte Dezember für das Amt zu kandidieren. Weber begründete seinen Vorstoß damit, dass die CSU ein liberales Gegengewicht zum designierten Ministerpräsidenten Markus Söder brauche. Wenn dieser erst einmal Regierungschef sei, sei ihm auch der Parteivorsitz kaum zu nehmen. Dass er in Brüssel sei, sehe er nicht als Problem, sagte Weber. Der CSU-Politiker ist Vorsitzender der konservativen EVP-Fraktion im europäischen Parlament.

          An der Besprechung nahmen neben Weber Parteichef Horst Seehofer, Wirtschaftsministerin Ilse Aigner, Innenminister Joachim Herrmann und der CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt teil. Dieser widersprach Weber vehement. Seehofer sei in der deutschen Parteilandschaft singulär. Das habe er in der Flüchtlingskrise bewiesen. Wenn man die AfD zurückdrängen wolle, gehe das nur mit Seehofer. Daher müsse dieser weiter Parteivorsitzender bleiben. Im Übrigen sei es absurd, wenn der CSU-Chef in Brüssel sei. Auch Aigner und Herrmann sprachen sich dafür aus, dass Seehofer im Amt bleibt.

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