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Amerika : Seehofers Lob für Trump

Horst Seehofer findet Donald Trump also gut, weil der die Leute „nicht verschwurbelt“ anspreche, sondern „mit konkreten Antworten“. Will jetzt auch der CSU-Vorsitzende seinen Teil zur verbalen Verrohung beitragen?

          Horst Seehofer findet Donald Trump also gut: Der spreche die Leute direkt an, „nicht verschwurbelt, sondern mit konkreten Antworten“. Das ist eine nette Umschreibung für wirres Gerede ohne Sachkenntnis, die Beleidigung politischer Gegner und glatte Lügen. Was will der CSU-Vorsitzende mit dem Lob für diese Art der Debattenkultur sagen? Ist es als Ankündigung zu verstehen, dass auch er seinen Teil zur verbalen Verrohung des öffentlichen Raumes beitragen will?

          Wer so etwas mag, der braucht weder Seehofer noch seine Partei: Diese Marktlücke wird hierzulande schon von der AfD und ihrem Straßenableger Pegida gefüllt.

          Der Versuch, ihre Anhänger durch Nachahmung einer Krawallpoesie Trumpschen Zuschnitts zurückzugewinnen, würde in eine Abwärtsspirale führen, an deren Ende sich jeder, dem irgendwie noch an Debatten mit Argumenten und zivilisierten Umgangsformen gelegen ist, sehnsüchtig an die von Seehofer beklagte „ausdruckslose Lyrik“ des deutschen Politikbetriebs erinnern wird – selbst wenn diese wirklich manchmal etwas anstrengend und ermüdend ist.

          Reinhard Veser

          Redakteur in der Politik.

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