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Vor CSU-Parteitag : Seehofer watscht Söder ab

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Seehofers Schreck: Bayerns Ministerpräsident und sein Finanzminister Söder im Februar 2014 auf der Prunksitzung des Fränkischen Fastnachtsverbandes «Fastnacht in Franken» in Veitshöchheim bei Würzburg. Bild: dpa

Kurz vor dem Parteitag eskaliert der Machtkampf in der CSU-Spitze. Bayerns Ministerpräsident kanzelt seinen möglichen Nachfolger ab – wegen dessen Merkel-Kritik nach den Anschlägen in Paris.

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          Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer hat den zu seinen möglichen Nachfolgern zählenden Landes-Finanzminister Markus Söder (beide CSU) öffentlich zusammengestaucht.

          Söders jüngste Äußerungen nach den Anschlägen von Paris nannte Seehofer im Ingolstädter „Donaukurier“ eine „Grenzüberschreitung“ und persönlich motiviert, wie die Zeitung in ihrer Online-Ausgabe berichtete. „Nach solchen Anschlägen wie in Paris verbietet es sich, persönliche und parteipolitische Motive in den Vordergrund zu stellen.“ Bei den koordinierten Angriffen am Freitagabend waren 129 Menschen getötet und hunderte weitere verletzt worden.

          Söder hatte danach im Kurznachrichtendienst Twitter eine Änderung der deutschen Flüchtlingspolitik gefordert und außerdem in einem Interview Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) angegriffen. Seehofer warnte Söder nun scharf vor weiteren ähnlichen Äußerungen. „Meine Toleranz ist groß, aber nicht unendlich“, sagte er dem „Donaukurier“ über seinen Finanzminister. „Wenn einer mit der Kanzlerin über die Flüchtlingspolitik spricht, dann ich“, ergänzte der CSU-Chef.

          Söder zählt zu den CSU-Politikern, die sich die größten Chancen auf die Nachfolge Seehofers ausrechnen. Der heute 66-Jährige will sich mit der Landtagswahl 2018 aus Altersgründen aus der Politik zurückziehen. Unter den am häufigsten genannten Nachfolgekandidaten versucht Söder sich mit auch außerhalb seiner Zuständigkeit als Finanzminister liegenden Interviews besonders offensiv zu profilieren. Seehofer hat dies schon früher kritisiert, nach den Anschlägen von Paris nun verschärfte er den Ton gegenüber Söder. Der CSU-Chef hatte den Parteikollegen zu Wochenbeginn auch bereits im CSU-Vorstand kritisiert.

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