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Homo-Ehe : Fortschritt braucht Vater, Mutter, Kinder

Zwei Männer können zwar für Kinder sorgen, aber keine hervorbringen. Bild: dpa

Bei der beabsichtigten Gleichstellung von Ehe und „Homo-Ehe“ geht es nicht um Kleinigkeiten, sondern um die Keimzelle der Gesellschaft. Zeit für den Bundestag, Farbe zu bekennen. Ein Kommentar.

          Verkehrte Welt: Jetzt gilt es schon als konservativer, gar reaktionärer Widerstand, auf den Koalitionsvertrag zu pochen – und gegen die vollständige Gleichstellung von Ehe und Lebenspartnerschaft zu sein. Dabei steht doch gerade in dieser von CDU und CSU bei vollem Bewusstsein unterzeichneten Vereinbarung: Diejenigen Regelungen, die gleichgeschlechtliche Partnerschaften „schlechterstellen, werden wir beseitigen“. Was ist das anderes als eine komplette Gleichstellung? Warum auch nicht, der Zug ist ohnehin abgefahren? So denken viele. Und ist es nicht endlich an der Zeit, der Realität Rechnung zu tragen?

          Reinhard Müller

          Verantwortlicher Redakteur für „Zeitgeschehen“, „Staat und Recht“ sowie Frankfurter Allgemeine Einspruch.

          Zweifellos. Und zur Wirklichkeit gehört das Grundgesetz. Das stellt in zeitloser Klarheit fest: „Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung.“ Nun hat nicht zuletzt das Bundesverfassungsgericht, dieses Mal nicht in seiner Rolle als Lordsiegelbewahrer, sondern als Motor vermeintlichen Fortschritts die Gleichstellung von Ehe und gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaft betrieben. Der Gesetzgeber hat dem begeistert bis empört zugesehen – und jedenfalls nicht gegengesteuert. Dabei ist der Ehebegriff auch nach dem Willen des einstigen rot-grünen Gesetzgebers gar nicht auf gleichgeschlechtliche Paare anwendbar. Er hat ja ein neues, eigenes Institut geschaffen und die Ehe mitnichten gesetzlich erweitert.

          Das wird nun mit Blick auf Irland und andere Länder gefordert – und womöglich sollte man in der Tat die Abstimmung im Bundestag freigeben. Denn es ist an der Zeit, Farbe zu bekennen. Hier geht es nämlich nicht nur um „redaktionelle Änderungen“, die das Kabinett an diesem Mittwoch beschließen will, sondern um eine Kernfrage der Gesellschaft, um ihre Keimzelle.

          Zwar bringt auch nicht jede Ehe Kinder hervor, wie Karlsruhe messerscharf beobachtete, doch ist die Verbindung zwischen Mann und Frau nun einmal die einzige, die Kinder hervorbringen kann. Hier geht es nicht um Antidiskriminierung, sondern um Vaterschaft, Mutterschaft und Kindeswohl. Müsste aus einer kompletten Gleichstellung nicht gefolgert werden, Leihmutterschaft auch in Deutschland zu erlauben? Der neue, überparteiliche Leitsatz, der womöglich bald auch im Grundgesetz steht, lautet: Familie ist da, wo Kinder sind. Aber die Samenbank ist nicht die Keimzelle der Gesellschaft. Ist das konservativ? Wer Fortschritt will, braucht Vater, Mutter, Kinder.

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