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Streit über Stelenfeld : Höcke nennt Mahnmal-Aktivisten „Terroristen“

  • Aktualisiert am

Björn Höcke kommt zur Konferenz des „Compact“-Magazins in Leipzig. Bild: dpa

Der AfD-Politiker Björn Höcke hat das Künstlerkollektiv, das vor seinem Haus das Holocaust-Mahnmal nachbaute, als „terroristische Vereinigung“ bezeichnet.

          Der umstrittene AfD-Politiker Björn Höcke hat sich erstmals über den Protest von Aktivisten vor seinem Haus im thüringischen Bornhagen geäußert. Auf einem Nachbargrundstück hatte das Künstlerkollektiv „Zentrum für politische Schönheit“ in dem Ort vor wenigen Tagen das Berliner Holocaust-Mahnmal mit Betonstelen nachgebaut. Am Samstag sagte Höcke auf einer Konferenz des rechten Magazins „Compact“ in Leipzig: „Wer so etwas tut, ist in meinen Augen ein Terrorist.“ Wie die „Leipziger Volkszeitung“ weiter berichtete, nannte Höcke das Kollektiv eine „terroristische Vereinigung“.

          Hintergrund der Aktion ist, dass Höcke über das Holocaust-Mahnmal in Berlin gesagt hatte: „Wir Deutschen sind das einzige Volk der Welt, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat.“ Der AfD-Politiker forderte in diesem Zusammenhang „eine erinnerungspolitische Wende um 180 Grad“ und beklagte sich über die „dämliche Bewältigungspolitik“ der Deutschen.

          Die Aktivisten des „Zentrums für politische Schönheit“ haben den Zugang zu ihrem Stelenfeld mittlerweile wieder geschlossen und alle Mitarbeiter abgezogen. Sie hatten nach eigenen Angaben hunderte Morddrohungen erhalten und beklagen sich über einen unzureichenden Schutz durch die Polizei. Die Aktivisten beschränkten sich jedoch nicht darauf, das Stelenfeld zu errichten. Sie erklärten überdies, Höcke monatelang beobachtet und Informationen über ihn gesammelt zu haben. Nach Angaben der Polizei ermittelt diese nun wegen des Verdachts der Nachstellung und der Nötigung gegen die Aktivisten.

          In Leipzig demonstrierten am Samstag etwa 150 Menschen gegen die Konferenz des „Compact“-Magazins. Im strömenden Regen zogen sie unter dem Motto „Rechte Netzwerke zerschlagen“ zunächst vom Hauptbahnhof zum Konferenzort auf dem alten Messegelände. Dort setzten sie den Protest fort. Die Polizei sicherte die Veranstaltungen mit einem Großaufgebot.

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