https://www.faz.net/-gpf-9452s

Streit über Stelenfeld : Höcke nennt Mahnmal-Aktivisten „Terroristen“

  • Aktualisiert am

Björn Höcke kommt zur Konferenz des „Compact“-Magazins in Leipzig. Bild: dpa

Der AfD-Politiker Björn Höcke hat das Künstlerkollektiv, das vor seinem Haus das Holocaust-Mahnmal nachbaute, als „terroristische Vereinigung“ bezeichnet.

          Der umstrittene AfD-Politiker Björn Höcke hat sich erstmals über den Protest von Aktivisten vor seinem Haus im thüringischen Bornhagen geäußert. Auf einem Nachbargrundstück hatte das Künstlerkollektiv „Zentrum für politische Schönheit“ in dem Ort vor wenigen Tagen das Berliner Holocaust-Mahnmal mit Betonstelen nachgebaut. Am Samstag sagte Höcke auf einer Konferenz des rechten Magazins „Compact“ in Leipzig: „Wer so etwas tut, ist in meinen Augen ein Terrorist.“ Wie die „Leipziger Volkszeitung“ weiter berichtete, nannte Höcke das Kollektiv eine „terroristische Vereinigung“.

          Hintergrund der Aktion ist, dass Höcke über das Holocaust-Mahnmal in Berlin gesagt hatte: „Wir Deutschen sind das einzige Volk der Welt, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat.“ Der AfD-Politiker forderte in diesem Zusammenhang „eine erinnerungspolitische Wende um 180 Grad“ und beklagte sich über die „dämliche Bewältigungspolitik“ der Deutschen.

          Die Aktivisten des „Zentrums für politische Schönheit“ haben den Zugang zu ihrem Stelenfeld mittlerweile wieder geschlossen und alle Mitarbeiter abgezogen. Sie hatten nach eigenen Angaben hunderte Morddrohungen erhalten und beklagen sich über einen unzureichenden Schutz durch die Polizei. Die Aktivisten beschränkten sich jedoch nicht darauf, das Stelenfeld zu errichten. Sie erklärten überdies, Höcke monatelang beobachtet und Informationen über ihn gesammelt zu haben. Nach Angaben der Polizei ermittelt diese nun wegen des Verdachts der Nachstellung und der Nötigung gegen die Aktivisten.

          In Leipzig demonstrierten am Samstag etwa 150 Menschen gegen die Konferenz des „Compact“-Magazins. Im strömenden Regen zogen sie unter dem Motto „Rechte Netzwerke zerschlagen“ zunächst vom Hauptbahnhof zum Konferenzort auf dem alten Messegelände. Dort setzten sie den Protest fort. Die Polizei sicherte die Veranstaltungen mit einem Großaufgebot.

          Weitere Themen

          Kreuzfahrtschiff nimmt 111 Migranten auf

          Vor Halbinsel Peloponnes : Kreuzfahrtschiff nimmt 111 Migranten auf

          Seit die Balkanroute weitgehend geschlossen ist, versuchen viele Migranten, aus Griechenland oder der Türkei nach Italien zu kommen. Nun nahm die „Marella Discovery“ zahlreiche Menschen auf, die in griechischen Gewässern in Seenot geraten waren.

          Iran veröffentlicht Kaperung des Tankers Video-Seite öffnen

          London droht mit Sanktionen : Iran veröffentlicht Kaperung des Tankers

          Iran hatte den Tanker beschlagnahmt, weil er in einen Unfall mit einem Fischerboot verwickelt gewesen sein soll und dessen Notruf ignoriert habe. Großbritannien beklagt einen Verstoß gegen das Völkerrecht – und droht mit Konsequenzen.

          Die Fortsetzung der Revolution

          Wahlen in der Ukraine : Die Fortsetzung der Revolution

          Die Ukrainer wählen an diesem Sonntag ein neues Parlament. Ihm werden voraussichtlich viele junge Menschen angehören, die sich bei einem Casting durchgesetzt haben – bei dem sie zur Probe „Gesetzentwürfe“ schreiben mussten.

          Topmeldungen

          FAZ Plus Artikel: Erstes Zeitungsinterview : AKK stellt sich vor ihre Soldaten: „Kein Generalverdacht“

          In ihrem ersten Zeitungsinterview als Verteidigungsministerin spricht Annegret Kramp-Karrenbauer über ihr Verhältnis zum Militär, über das Vermächtnis der Männer des 20. Juli und über den Lieblingspulli ihrer Teenagerzeit. Auch in kritischen Zeiten werde die Truppe ihr Vertrauen genießen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.