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Hochwasserkatastrophe : Schwere Zerstörungen in der Provinz Lüttich

Braune Lagune: Menschen bahnen sich ihren Weg durch Trooz. Bild: Reuters

Der Osten des Landes meldet 23 Tote, weitere Menschen vermisst. Lüttich kommt mit blauem Auge davon, das Königspaar besucht die Unglücksorte.

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          Überschwemmungen haben auch im Osten Belgiens zu zahlreichen Todesopfern und schweren Schäden geführt. Am Freitagnachmittag gab der Gouverneur der am stärksten betroffenen Provinz Lüttich die Zahl der Toten mit 23 Personen an. Mindestens 13 Menschen wurden noch vermisst. Die meisten Toten waren in Verviers und im Nachbarort Pepinster zu beklagen.

          Thomas Gutschker
          Politischer Korrespondent für die Europäische Union, die Nato und die Benelux-Länder mit Sitz in Brüssel.

          Die beiden Orte liegen an der Weser, einem Nebenfluss der Ourthe, der nach dem Starkregen in den vorigen Tagen stark angestiegen war. Sie grenzen an die deutschsprachigen Gemeinden in Ostbelgien, die ebenfalls von den Unwettern betroffen sind. Das belgische Königspaar, das am Donnerstag Chaudfontaine besucht hatte, wurde am Nachmittag in Pepinster erwartet. Lüttich, das an der Maas liegt, blieb von ähnlichen Zerstörungen verschont. Dort stabilisierte sich der Wasserpegel, bevor die Stadt überschwemmt wurde, ebenso am Oberlauf des Flusses in Namur.

          In der Kleinstadt Pepinster waren am Donnerstag zehn Häuser von den Wassermassen mitgerissen worden. Dort konnte am Freitag erstmals ein Hubschrauber der Armee eingesetzt werden, um Bewohner zu retten, die in ihren Häusern eingeschlossen waren. Am Donnerstag war vor Ort ein Rettungsboot gekentert. Fünf Feuerwehrleute konnten sich retten, drei weitere Personen, die in Sicherheit gebracht werden sollten, jedoch nicht.

          Die Strömung war so stark, dass keine weiteren Boote mehr eingesetzt werden konnten. Es gebe Menschen, die seit 36 Stunden ohne Essen und Trinken auf Dächern ausharrten, teilten die örtlichen Behörden mit. In der gesamten Wallonie mussten mehr als 21.000 Menschen am Freitag ohne Strom und rund 44.000 Menschen ohne Trinkwasser auskommen. Die Regionalregierung gab 2,5 Millionen Euro an Nothilfe frei, um den am stärksten betroffenen Gemeinden sofort zu helfen.

          In Verviers kam ein Mann ums Leben, der sein Auto vor den Wassermassen in Sicherheit bringen wollte, dann jedoch von ihnen ergriffen wurde. In Eupen, dem Zentrum der deutschsprachigen Gemeinschaft, kam ein 22 Jahre alter Mann ums Leben, nachdem er mit einem Rettungsring in den Stadtbach gesprungen, jedoch vom Sog der Wassermassen mitgerissen worden war.

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