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Meteorologe über Politiker : „Es wurde ganz konkret vor ‚Lebensgefahr‘ gewarnt“

Hart getroffener Ort Schuld: Für die betroffenen Regionen sei ganz konkret vor „Lebensgefahr“ gewarnt worden, sagt Jeff Da Costa. Bild: AFP

Es war absehbar, wie schlimm das Hochwasser Deutschland treffen würde, sagt der Hydrometeorologe Jeff Da Costa. Ein Interview über die Verantwortung von Politikern vor Katastrophen.

          4 Min.

          Herr Da Costa, Sie beschäftigen sich als Doktorand an der University of Reading in Großbritannien mit der Vorbereitung auf extreme Wetterereignisse. Jetzt waren Ihre Eltern in Luxemburg selbst von dem Hochwasser betroffen. Wie haben Sie das erlebt?

          Sebastian Eder
          Redakteur im Ressort Gesellschaft bei FAZ.NET.

          Ich wohne in Luxemburg in der Stadt und habe gegen Mitternacht einen Anruf von meiner Schwester bekommen: Im Haus meiner Eltern stehe Wasser, und es steige immer weiter. Ich bin sofort mit dem Auto los und habe eine Straße gefunden, die noch nicht überschwemmt war. Als ich in meinem Heimatort angekommen bin, war ich schockiert, wie viel Wasser schon im Haus war. Es war nicht ansatzweise so schlimm wie in Teilen von Deutschland, aber die Menschen dort mussten völlig alleine versuchen, ihre Sachen vor dem Wasser zu retten. Es waren nirgendwo Feuerwehrleute zu sehen, oder sonstige Helfer. Ich hatte meinen Eltern zum Glück schon vorher erklärt, wie man sich bei einem Hochwasser verhalten sollte: Dass man auf keinen Fall ins Wasser gehen darf und dass man den Strom abschalten muss. Viele Leute dort wussten nicht mal das, in den Nachbarhäusern brannte überall Licht, obwohl auch dort das Wasser knietief in den unteren Stockwerken stand. In Westeuropa machen wir ständig Brandschutzübungen, aber niemand weiß, wie er sich bei so einer Flut zu verhalten hat – weil die Menschen nicht darauf vorbereitet werden.

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